Donkey Pilots – Garbage Man

Rock, der nicht klinisch rein und nicht auf Hochglanz poliert ist, gefällt mir gerade deshalb oft richtig gut. Die Donkey Pilots, Hector Pascal (Ex The Original Reverend Jones) und seine Jungs, sprechen meinen Geschmack voll an. Auf Garbage Man, ihrem Debütalbum, spielen sie richtig schön schmutzigen Kram – ohne ordinär oder peinlich zu werden. Dies ist Musik, die mich anspricht, die rockt, die grooved, die nach Whisky ruft und sich mit Themen auseinandersetzt, die jeden irgendwann am Tresen beschäftigen: Tod und Teufel, Sexualität, Wut und Mordlust. Sicher, Titel wie „Dog Shit Avenue“ und „Pissed“ lassen sich nur schwer zwischen der Werbung für Babycreme und dem Wetter platzieren. Aber hey, das hier ist kein leises Hintergrundgedudel für Emma an der Kasse beim Spar ums Eck, oder gar Musik, die ich auflege, um der Schwiegermutter oder dem Vermieter zu gefallen. Die Donkey Pilots will ich in der Kneipe oder im Club laut hören, wenn Luft und Stimmung verräuchert sind.

Die Donkey Pilots behandeln ihre Themen weder mit steriler, unpersönlicher Distanz noch als unreflektierte Hymne. Aber die Band hebt auch nicht den moralischen Zeigefinger. „Es ist eben wie es ist“. Die lässige Rockmusik der Donkey Pilots, der herrliche Retro-Rock passt hervorragend dazu. Diese Musik passt einfach nicht zu Texten wie „auf der Wiese steht eine Blume, auf dem Hügel steht ein Pferd, die Sonne scheint“ oder so. Das wäre unglaubwürdig. Darum ist Garbage Man von den Donkey Pilots sehr authentisch und überzeugend. Der eingängige und sehr gefällige, irgendwie raue, rauchige Gesang, aber auch breiten, irgendwie behäbigen Melodien und Spielweisen, speziell die schnarrende E-Gitarre und das schleppende Schlagzeug, erinnern mich positiv an die Stones (speziell bei Celebrate Myself), aber auch an Terry Hoax und ein oder zwei andere Bands.

Ich finde Garbage Man sehr gelungen. Die Musik ist konstant gut. Kein Track des Albums fällt negativ auf und es fällt mir sehr schwer, meinen Lieblingssong des Albums zu benennen. Vielleicht Sweet? Oder doch Vampire? Ich kann es wirklich nicht sagen. Die Texte gefallen mir, weil sie mit einem Augenzwinkern neben den „üblichen“ Konventionen sind. Die musikalische Grundstimmung ist trotz der kritischen Inhalte durchweg positiv und antreibend. Daumen hoch!

Das Garbage Man von Donkey Pilots wird am 25.01.2013 bei Dog Shit Ave. (New Music Distribution) erscheinen.

Webseite der Band: http://www.donkeypilots.com/

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