Junksista – High Voltage Confessions

Zärtlichkeit, Hingabe, Zuneigung, Liebe und ein Tritt in den Sack – das ist Junksista. Das Duo aus dem Süden Deutschlands schafft es immer wieder meine Aufmerksamkeit nachdrücklich zu fesseln und mich für ihre Musik einzunehmen. Es ist nicht nur der abwechslungsreiche Stil der Band, der hemmungslos überall bedient: Synthiepop, Electro-Rock, Darkwave Swing… Eigentlich fehlen nur noch Reggae und Ska, dann hat die Band so ziemlich alles durch. Es ist darüber hinaus speziell das kontrastreiche Wechselspiel zwischen der mich immer wieder überraschenden und vor allem überzeugenden Instrumentierung und dem Mal spröden, mal fragilen, mal verführerischen Gesang von Diana.

High Voltage Confessions ist für mich das bisher beste Album von Junksista. Wo (C)lick me (2011) und You’re My Favorite Thing To Do (2012) in mancher Beziehung noch Rohdiamanten waren, die vieles erahnen ließen, war Bad Case of Fabulous (2013) schon deutlich stilsicherer, die Band legte sich in die eine oder andere Richtung fest, traf Entscheidungen – und nicht jede gefiel jedem Fan. Mit High Voltage Confessions hat die Band jetzt zu sich selbst, oder zumindest zu ihrem Weg gefunden, denn am Ziel ist Junksista noch lange nicht. Da geht noch was.

Die Selbstsicherheit, mit der Songs wie „Sex on a Stick“ und „Panties“ präsentiert werden, ist eine bemerkenswerte Entwicklung, die der Band sehr gut zu Gesicht steht. Die überzeugende Instrumentierung, deren einzelne Teile sich zunehmend mehr emanzipieren, die gewohnt provokant-aufmüpfigen Texte und nicht zuletzt die solide Abmischung, all das wirkt auf High Voltage Confessions in sich stimmiger aber auch bestimmter, gefestigter als zuvor.

Es ist die Mischung, die Junksista besonders macht. Es ist die mal schmusige, plüschige, mal clublastige, mal rockige Grundstimmung, die mal mehr, mal weniger offensiv Schräglage hat, die immer ein klein wenig Ironie, Gehässigkeit, oder sogar einen Schuss Gift enthält. Junksista ist kein Kindergeburtstag. Junksista macht Songs über Gefühle, Träume, Wünsche und kleine Realitäten und wird dabei recht deutlich. Anspruch? Auf jeden Fall. Protest? Ja, irgendwie schon, aber wir reden hier nicht von Hannes Wader, The Kinks oder NoFX. Aber das ist vielleicht auch ganz gut so, denn sonst wäre die Musik von Junksista wahrscheinlich nicht so gut tanzbar.

Junksista – High Voltage Confessions erscheint am 21.11.2014 bei Alfa Matrix (Soulfood)

Webseite der Band: http://www.junksista.de/

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