Dead Soul – The Sheltering Sky

Dead Soul beglückt mich heute mit ihrem zweiten Album „The Sheltering Sky“. Das Duo Anders Landelius und Niels Nielsen hat ein faszinierendes Album gemacht, das sich an die Freunde des atmosphärischen, teils experimentellen und vor allem emotionalen Rocks richtet. Es ist ungewöhnlich und es ist anders. Anders Landelius, der sich unter dem Künstlernamen Slidin‘ Slim bereits seit vielen Jahren als Sänger und Gitarrist im Blues einen Namen gemacht hat, tat sich mit dem Multiinstrumentalisten Niels Nielsen zusammen, der seine Wurzeln eher in der elektronischen Musik und im Alternative Rock hat und manchen vielleicht durch Acts wie Beck oder Sonic Youth ein Begriff ist.

Die Musik von Dead Soul – Sheltering Sky ist eine Achterbahnfahrt. Mal ist sie beinahe klagend, mal wüst drauf los rockend. Mal verbreitet sie eine beinahe greifbare Kälte, mal schweißtreibende Hitze. Es ist ein manchmal schwer zu ertragender emotionaler Druck, den die Musik aufbaut, der dem Album Charakter und Komplexität gibt. Die Sprache der Musik von Dead Soul ist kaum in wenige Worte zu fassen. Ungewöhnlich, aber auf jeden Fall sehr interessant und doch nicht für jeden. Die Band beschreibt ihre Musik selbst als eine Mischung aus Nick Cave, Johnny Cash und Nine Inch Nails und gerade die Seelenverwandtschaft zu Nick Cave ist sehr präsent.

Es fällt mir schwer zu sagen, dass Dead Soul – The Sheltering Sky ein „schönes“ Album ist, denn dazu ist die Stimmung phasenweise doch zu erdrückend. Auf jeden Fall ist es ein gutes Album, das sich vor allem an Freunde der kühlen, dunklen Stimmungslagen richtet. Es spricht eher solche an, denen es bei „Rock“ nicht nur um den harten Beat geht, sondern auch um das Künstlerische, das Experimentieren und das ungewöhnliche geht. Auf seine Art ist Dead Soul – Sheltering Sky eine Reise durch die Wüsten der Seele, in denen es eher düster und zwielichtig ist, eher unterkühlt. Befreiende Momente sind rar und sorgfältig überlegt.

Die Klasse des Albums tritt besonders durch die Spannung zwischen Instrumentierung und dem manchmal enervierend frostigem Gesang zutage, die es schwer macht, sich dem Album zu entziehen. The Sheltering Sky ist kein Album für Hintergrundmusik und es ist vielleicht auch eher nicht erste Wahl für den verführerisch-zweisamen Abend, aber das will dieses Album auch nicht sein. Das Können der Musiker ist unbestreitbar und die musikalische Erfahrung fällt auch gerade bei den kleinen Details auf. Alles in Allem ist Dead Soul – The Sheltering Sky auf jeden Fall eine besondere Bereicherung, auch und gerade wegen der des Könnens und der Qualität der Künstler – und doch auch spezielle Bereicherung.

Dead Soul – The Sheltering Sky erscheint am 23.10.2015 bei Century Media Records

Webseite: http://www.dead-soul.com/

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