Itchy Poopzkid werden langsam erwachsen

Die schwäbischen Punkrocker Itchy Poopzkid lieferten mit „Six“ jugendlichen Rock ab, der Spaß macht und gut hörbar ist. Irgendwo vielleicht zwischen Green Day, Donots, Limp Bizkit, Sugarcult und Oomph spielt die Band mit sauberem Arrangement auf hohem technischen Niveau. Das Album rockt entspannt und unverkrampft, bedient viele Geschmäcker: Vom punkigen „Plastic“ über das offbeatige Dancing in the Sun bis hin zur Uber-Ballade „Kings & Queens“ ist für jeden was dabei.

Itchy Poopzkid macht vieles richtig und deshalb ist Six ein gutes Album. Die Songs sind rund, stimmig und lassen sich gut anhören. Bis hier hin ist alles töfte, wie mein alter Lehrer jetzt gesagt hätte. Einerseits gibt Itchy Poopzkid die erwachsenen, abgeklärten Profi-Rocker, andererseits hat Six eine Menge plakativer Teenager-Attitüde. Das eine aber sind Itchy Poopzkid noch nicht, das andere sind sie nicht mehr, darum wirkt das Album auf mich etwas wie Nicht Fisch, nicht Fleisch. Nicht falsch verstehen: Six ist technisch total geil gemacht, die Musik ist wirklich gut. Was mir fehlt, ist das Authentische.

Die Musik strotzt vor kreativer Energie und bringt viele Ansätze echt nice ‚rüber. Die Band spielt als harmonische Einheit. Bonuspunkte gibt es für die gelungene Performance englischer Texte – was ich Schwaben nicht ohne weiteres zugetraut habe. Auf der Bühne kommt die Band mit einer Menge Spaß- und Party-Potenzial und Six ist Live bestimmt eine coole Nummer. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich die Band entwickelt, denn der Wandel ist selbst für mich auf dem Albuzm deutlich spürbar.

Itchy Poopzkid – Six ist erschienen am 10.04.2015 bei Findaway Records / Soulfood

Webseite der Band: http://itchypoopzkid.de/

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