Neil Young kündigt Streaming-Verträge

Neil Young, Singer-Songwriter aus Kanada, bekannt für Projekte wie Buffalo Springfield, Crosby, Stills, Nash, and Young und Alben wie „Harvest“ oder „Americana“ hat offenbar vom Streaming genug. In einem Posting auf Facebook teilte er seinen Fans mit, dass seine Musik künftig nicht mehr über Streaming-Dienste erhältlich sein wird. Seine Begründung ist allerdings nicht ganz die, mit der ich gerechnet hätte.

Neil Young schrieb auf Facebook:

Streaming ist für mich vorbei und ich hoffe, dass das für meine Fans okay ist.

Es geht mir nicht ums Geld, obwohl mein Anteil (wie der von allen anderen Künstlern) dramatisch beschnitten wurde durch miese Verträge, bei denen ich nicht mitreden durfte.

Es geht um Klangqualität. Ich habe es nicht nötig meine Musik durch die schlechteste Klangqualität in der Geschichte der Ausstrahlung oder irgendeiner anderen Form der Verteilung von Musik entwerten zu lassen. Ich fühle mich nicht gut dabei, wenn ich es zulasse, dass meinen Fans das verkauft wird. Das ist schlecht für meine Musik.

Für mich geht es darum Musik zu produzieren, die Menschen wirklich hören und fühlen können. Dafür stehe ich.

Falls die Qualität zurückkehrt, werde ich mir das noch einmal ansehen. Man soll niemals nie sagen.

Neil Young, der mit seinem Kickstarter-Projekt des eigenen High-End Players „Pono“ für digitalisierte Musik schon für einige Aufmerksamkeit sorgte, ist spätestens seit dem Projekt bekannt dafür, dass er äußerst penibel ist, wenn es um Sound geht. Überraschend ist aber, dass er ausgerechnet die Klangqualität als Grund heranzieht, die Verbreitung seiner Musik über Streaming-Dienste zu stoppen, denn eigentlich müsste er dann ja auch die Verbreitung seiner Musik als MP3 und AAC untersagen.

In Anbetracht der absehbaren Folgen, die Streaming für die Musikindustrie und insbesondere die Künstler haben wird, finde ich es gut, dass gerade prominente Künstler den Kampf aufnehmen und nicht kampflos aufgeben, wie viele andere Künstler, die einfach resignieren und klaglos alles akzeptieren, was man ihnen antut. Vielleicht sollten sich die Künstler mal zusammentun…

(Mit Material von Neil Young / Facebook. Bild: Andy Roo / 6tee-zeven, CC2.0)

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