Aus dem Redaktionsalltag

13 Uhr. Das Telefon klingelt. Ich bin gut gelaunt, gehe ´ran. Eine bestimmende männliche Stimme am anderen Ende begrüßt mich.

Ich: „Moin! Wie kann ich Ihnen helfen?“
Er: „Morgen? Etwas spät dafür, finden sie nicht?“
Ich: „Äh. Ja. Nein. „Moin“ sagt man hier so. Norddeutschland und so, wissen Sie…?“
Er: „Aha. Ja. Gut.“
Ich: „Wie kann ich Ihnen helfen?“
Er: „Ich will Musik geschenkt haben.“
Ich: „Äh… Wa…?“
Er: „Alle bekommen Musik geschenkt. Von den Bonzen. Ich will jetzt auch welche.“
Ich: „Ich bin mir nicht sicher, ob…“
Er: „Und ob! SIE arbeiten doch mit denen zusammen. Also wissen SIE auch, wie das geht. ICH WILL DAS JETZT AUCH! Also sagen Sie mir, wie das geht!“
Ich: „Entschuldigung, aber wir bekommen nichts geschenkt…“
Er: „Sie lügen mir kackfrech ins Gesicht? SIE WAGEN ES?“
Ich: „Erstens kann ich Ihnen erzählen was ich will. Zweitens …“
Er: „Lügenpresse!“
Ich: „Zweitens muss ich gar nichts.“
Er: „Lügenpresse!“
Ich: „Drittens sollten Sie sich mit Ihrem Anliegen….“
Er: „LÜGENPRESSE!“
Ich: „…an die Labels wenden. Die hel…“
Er: „LÜGENPRESSE!“
Ich: „…fen Ihnen vielleicht. Und außer…“
Er: „LÜGENPRESSE! LÜGEN…“
Ich: „…dem steht Ihre Telefonnummer hier im Display.“
Er: „…PRESSE! LÜGEN…äh?“
Ich: „Und laut Google gehört diese Nummer Herrn Thorsten K*, Halberstädter Chaussee Nummer *, Magdeburg.“
Er: „…“
Ich: „Also, Herr K*, ich schlage vor, wir beenden das Gespräch an dieser Stelle…“
Er: „Wie können Sie es wagen, mir hinterher zu spionieren! Staatsbüttel!“
Ich: „…bevor hier irgendetwas ausartet…“
Er: „Sie Staatsmachtsbüttel! Sie…! Sie…!“
Ich: „Herr K., ich wünsche Ihnen noch einen guten Tag!“
Er: „LÜGENPRESSE! LÜGENPRESSE! LÜGEN…“
Telefon: *klick*

Warum eigentlich immer ich?

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