Body Count – Bloodlust

Wenn sich erwachsene so richtig aufregen…

Body Count ist die Formation von ICE-T, Ernie C, Juan Garcia, Vincent Price, Ill Will und Sean E Sean und sollte seit „Cop Kliller“, spätestens aber seit „Manslaughter“ den meisten ein Begriff sein. Jungspunde oder Neulinge sind die sechs ganz bestimmt nicht mehr. Im Gegenteil. Einige hatten sogar schon den Verdacht, dass es das jetzt mit Body Count gewesen wäre. Doch ICE-T und seine Jungs haben sich auf den Hosenboden gesetzt und ihre Hausaufgaben gemacht. Bloodlust ist eine handfeste, ausgereifte und erwachsene Scheibe, die von vorne bis hinten überzeugt.

Body Count – Bloodlust wurde von der ganzen Band gemacht. Ein Haus wurde angemietet und die Band zog sich für einige Wochen dahin zurück und machte das Album, kotzte sich so richtig aus. Diese Idee zahlt sich aus. Die Songs sind dicht, die Musik ist homogen und ausgewogen. Die Texte sind knüppelhart, die Themen aktuell und die Sprache ganz bestimmt nicht das, was unter „political correctness“ zusammengefasst wird. Die Ideen und Einflüsse der einzelnen Musiker tragen sehr zur vielseitigen Musik bei. Bloodlust ist in der Summe ein Rap-Metal Album der allerfeinsten Güte.

Der Anteil Metal ist bei diesem Album erstaunlich hoch. Am Anfang von „Raining Blood / Postmortem“ erklärt ICE-T, dass er die Band Body Count gegründet hat, damit einer seiner besten Freunde, Ernie C., Gitarre spielen kann. Eigentlich wollte ICE-T eine Metal- oder Rock-Band gründen, erzählt er. Inspiriert wurde der Stil durch Black Sabbath, Suicidal und Slayer. Auf Bloodlust werden diese Wurzeln voll ausgeschöpft und ausgelebt. Das Album drückt, schiebt und ist ganz bestimmt kein Kindergeburtstag.

Die Musik fühlt sich an, als wäre die Band reichlich angepisst gewesen, als die Songs entstanden. Aus jedem Song spricht aus Verzweiflung geborene Wut. Die Inhalte sind durch und durch politische Kritik am System, an der in den USA grassierenden Spaltung der Gesellschaft in Schwarz und Weiß. Selten waren Songs von Body Count weiter weg von Humor oder Ironie. Die Band erhebt nicht den Zeigefinger und macht den Oberlehrer, sondern erzählt, was abgeht, wie das Leben gerade ist. „No Lives Matter“ fasst die Anklage zusammen:

„When it comes to the poor
No lives matter.“
(Body Count, No Lives Matter)

Die Wucht des Albums entfaltet sich besonders durch die Verbindung der unterschiedlichen Stile und Charaktere. Einige Songs sind Speedmetal, andere Black Metal, wieder andere sind Rap mit Metal-Elementen, andere vielleicht eher Rock. Doch so unterschiedlich die einzelnen Songs stilistisch auch sind, durch das Album zieht sich ein unverkennbarer roter Faden. Das Album ist in sich stimmig. Dazu tragen auch ein paar Gastmusiker bei: Max Cavalera, Dave Mustaine und Randy Blythe, die der Musik tatkräftig unter die Arme greifen.

Body Count – Bloodlust ist ein sehr amerikanisches Album mit deutlichem L.A.-Einschlag, das ich Band so ehrlich gesagt nicht erwartet habe. Ich bin sehr positiv überrascht. Dieses Album ist eins der besten der Band, vielleicht sogar das Beste.

Body Count – Blood Lust erscheint am 31.03.2017 bei Century Media Records / Sony Music

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