Centhron – Allvater

Die Bremer melden sich lautstark zurück

Allvater erscheint drei Jahre nach Biest und ist das neueste Album des 2001 gegründeten Harsh-Electro Duos Centhron Elmar Schmidt (Vocals) und Jörg Herrmann (Programmierung). Zum aktuellen Album wurde das Duo um Sandra (Keyboard) erweitert und so zum Trio ausgebaut. Das neue Material ist laut und musikalisch bewusst minimal strukturiert. Die Tanzbarkeit steht im Vordergrund und die Handschrift von Jan Loamfield (Noisuf-X, X-Fusion) der Produktion deutlich anzumerken.

Es ist das siebte Album der Band, dass düster und brachial zu Werke geht. Elmars Vocals auf Allvater sind eindringlich, manchmal kurz vor der Hysterie. Zusammen mit den Sounds von Sandra und Jörg entsteht ein düster, ja fast schon brutal wirkendes Szenario, das den Zuhörer vor sich her treibt. Eine beinahe schon schneidende Kälte treibt durch die Songs, die – begleitet von düster stampfenden Beats – ordentlich Gänsehaut macht. Allerdings sollte nicht verheimlicht werden, dass die Musik von Centhron – Allvater auch einen speziellen Geschmack anspricht. Mainstream ist das hier ganz bestimmt nicht.

CenthronElektronik steht an erster Stelle, wenn es um die Musik von Centhron geht. Statt durch komplex strukturierte Soundkaskaden die Musik zu überfrachten, hält die Band den Soundteppich bewusst auf einem reduzierten, um nicht zu sagen minimalistischen Niveau. Elmars Gesang steht stets im Vordergrund, die Musik dient der flankierenden Begleitung, malt die Bilder im Hintergrund mit einfachen Pinselstrichen aus und überlässt der Fantasie der Fans den Rest.

Centhron verarbeiten auf Allvater ihre Gedanken zur aktuellen Lage, bleiben aber auch der liebgewonnen Tradition treu, mindestens ein Lied für die Liebhaber spezieller erotischer Varianten beizusteuern. Für Fans der düster-(pseudo)militärischen Spielart hat Centhron auch Naschwerk im Programm, das mit seiner eingängig-eindringlichen Art durchaus zu gefallen weiß. Insgesamt ein hartes Album, das Fans sehr gefallen wird. Besonders ragt „Hetzer“ aus dem Album heraus, bei dem Elmar sich beinahe überschlägt und Jörg mit Sandra alles geben, um der Stimmgewalt ein Gegengewicht zu liefern. Respekt.

Allvater setzt die Reihe der Centhron-Alben glaubhaft fort und macht dort weiter, wo (in Ansätzen) „Asgard“ und „Biest“ Lücken gelassen haben. Der Drang sich zu erneuern und zu verändern hält sich in gesunden Grenzen. Kennern der Band drohen daher kaum unliebsame Überraschungen, sondern im Gegenteil eher eine lohnende Scheibe.

Centhron – Allvater ist erschienen am 24.03.2017 bei Scanner / Broken Silence

Offizielle Webseite von Centhron

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CENTHRON – Allvater (Official Music Video)

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