Deep Purple – Infinite

In der Ruhe liegt die Kraft

Die Jüngsten sind Ian Paice, Roger Glover, Ian Gillian, Steve Morse und Don Airey nun wirklich nicht mehr. Darum sollte es kaum verwundern, dass aus den Reihen von Deep Purple in der jüngeren Vergangenheit laut über ein mögliches Ende der Band nachgedacht wurde. Von Abschiedstournee war die Rede. Der Rücken, die Knie… und überhaupt: Tourstress ist ja nun auch nicht so geil jenseits der 70.

Siebzig? Sind die Jungs echt schon so alt? Ok, 20 Studioalben haben Deep Purple seit „Shades of Deep Purple“ jetzt auf der Uhr. Das war tatsächlich schon 1968. Ok, so ganz brandneu ist die Band tatsächlich nicht mehr. Aber aktuell ist das, was die Jungs machen, mehr denn je. Infinite, das aktuelle Album, ist vielleicht etwas weniger spektakulär, etwas weniger bombastisch, aber es ist durchdacht und zeigt eine Band, deren Mitglieder ganz genau wissen, wie es geht. Beinahe Mühelos rockt die Band durch ein Repertoire, das den Youngsters quasi im Vorbeigehen zeigt, wo der Frosch die Locken hat.

Imposant kraftvoll spielt die Band, beinahe schon überraschend vital, wenn man das Alter der Mitglieder berücksichtigt, aber vor allen Dingen unverkrampft, lässig und ungemein relaxed. Infinite ist ein Album, das zwar keine bahnbrechenden Neuerungen in die Musik von Deep Purple einführt. Dafür präsentiert sich die Band aber auf einem Niveau, dass ich der Band nach „Now What!?“ ehrlich nicht mehr zugetraut habe. Die Songs sind kraftvoll, knistern, haben diese typische „Purple Energie“.

Die Gitattenarbeit ist fein, teils beinahe filigran. Mit dem Alter kommt offenbar die Liebe zum Detail. Dennoch ist Infinite beileibe nicht zurückhaltend. Man spielt sich gegenseitig die Bälle zu, stellt mal diesen, mal jenen Musiker in den Mittelpunkt. Insgesamt aber präsentiert sich die Band als Band, als gewachsener Verbund von Musikern, die alles gesehen und erlebt haben, das meiste wahrscheinlich mindestens zwei Mal.

Infinite ist ein Album, das mir wegen seiner gesamten Atmosphäre sehr gefällt. Mal rockt Deep Purple die Hütte weg, mal spielen sie so entspannt, als säßen sie abends am Kamin. Der Reichtum an kleinen Details, an Facetten, an Nuance ist sehr schön anzuhören und macht einfach nur Freude. Es ist ein Album, dass den Vergleich mit seinen Vorgängern nicht zu scheuen braucht, auch wenn – oder vielleicht gerade weil – dies Musik ist, die für den Zuhörer gemacht wurde und nicht zum Zwecke der Selbstdarstellung. Und alleine das ist heutzutage schon ein wenig bemerkenswert, in Verbindung mit der gezeigten Qualität ist Infinite atemberaubend.

Deep Purple – Infinite ist erschienen am 07.04.2017 bei Earmusic / Edel

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