21.10.17, 20:45 Uhr
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Über: Britpop

Britpop

Britpop ist eine aus England stammende Musikbewegung, die Anfang der 1990er Jahre entstand und sich durch eine Rückbesinnung auf die Traditionen britischer, gitarrenlastiger Rock– und Popmusik auszeichnet.

Eine der beiden wichtigsten Ursprünge des Britpop ist der britische Indie der späten 1980er Jahre mit Bands wie The Stone Roses oder The Smiths. Allerdings zielt der Britpop im Gegensatz zu diesen Bands auf ein breites Publikum und bedient sich deswegen ebenfalls der Größen der Popmusik der 1960er Jahre, wie The Beatles, The Kinks oder The Rolling Stones. Bekannte Vertreter des Britpop sind Oasis, Blur oder Radiohead. Weitere Vertreter sind The Verve, Pulp, Suede, Supergrass und Ash. In der Regel kommen die Gruppen aus England, prominente Ausnahmen sind z.B. Travis (Schottland) oder die Waliser Manic Street Preachers.

Die Bewegung hat sich als Reaktion auf die verschiedenen musikalischen und kulturellen Trends der späten 1980er und frühen 1990er Jahre entwickelt. Acid House und das Aufkommen von HipHop führte zu einem wieder wachsenden Interesse an den rhythmischen Songs des Independent, was im „Madchester“ mündete. Durch diese Strömung wurde die eher traditionelle Gitarrenmusik nebensächlich. Die Bewegung des „Shoegazing“ stellte sich ebenso gegen den Trend von psychedelischen sich wiederholenden Songs, der stark von Bands wie The Jesus and Mary Chain und My Bloody Valentine geprägt war.

Britpop sah sich teilweise als Gegenströmung zum US-amerikanischen Grunge. Im Zuge der US-amerikanischen Invasion von Bands wie Nirvana, Mudhoney, Pearl Jam, Soundgarden und Alice in Chains strebten einige britische Bands nach der Nachahmung des Grunges. Andere setzten die Imitation des Madchester, als Teil der Baggybewegung, fort. Die britische Musikpresse blieb davon unbeeindruckt und bejubelte weiterhin etablierte US-Bands wie Dinosaur Jr. und Sonic Youth.

Britpop wird von vielen für tot erklärt. Trotzdem haben Urgesteine des Britpop wie Oasis, Ash oder Travis mit zahlreichen Neuerscheinungen, aber auch neuere Bands wie Keane oder Starsailor deutlich Erfolg. Seit Anfang 2005 rollt eine neue Welle aus Gitarrensound und Indie-Musik über die britischen Inseln. Die neuen Helden heißen zum Beispiel Muse, Franz Ferdinand, Maxïmo Park, Arctic Monkeys, The Kooks, The Libertines bzw. die Babyshambles, The Fratellis, Kaiser Chiefs, Editors, Bloc Party, The Futureheads, Razorlight sowie Hard-Fi.

Franz Ferdinand inspirierten 2003 bereits die jüngsten Bands der Szene. Diese Künstler lassen eine Renaissance des Britpop vermuten. Kennzeichnend für die neuen Britpop-Bands sind vor allem Synthesizer-Einflüsse, die den „Britrock“ tanzbar machen. Es ist umstritten, ob hier vielleicht eine musikalische Weiterentwicklung des Britpop zu beobachten ist, denn diese Bands vermischen den ursprünglichen Stil oft mit Electro und Elektro-Pop. Darauf deutet auch hin, dass sich diese Bands teilweise selbsterfundene Bezeichnungen wie „Elektrorock“ oder „Indie-Noise“ geben.

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