22.01.18, 20:26 Uhr
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Über: Crossover

Crossover

Ein Crossover (von engl. Überschneidung, Kreuzung, Überquerung) bezeichnet die gleichzeitige Platzierung eines Musikstücks, das einem bestimmten Musikgenre zuzuordnen ist, in mindestens zwei, nach Musikgenres getrennten Hitparaden. Der Begriff wurde in den 1940er Jahren geprägt, als die hitparadenmäßige Trennung von Musikstilen die Regel war. Als später Fusionen zwischen Rock und anderen Genres entstanden und man nicht sicher war, wohin die Stücke einzuordnen waren, erhielt der Begriff eine leicht veränderte Bedeutung.

Während der 1980er Jahre verschmolzen verschiedene Genres. Die nordamerikanische Hardcore-Punk-Szene suchte nach neuen Ausdrucksformen, wobei aufgrund der engen Verwandtschaft häufig Elemente des Metal zum Einsatz kamen. Grundsätzlich wurde aber mehrheitlich die Öffnung des begrenzten Punk-Schemas gegenüber nahezu allen Bereichen populärer Musik angestrebt und stand damit lange Zeit als Synonym für künstlerische Freiheit.

Die musikalischen Vorläufer dieses Bewusstseins waren schwer einzuordnende Bands, denen Etiketten wie Post-Punk oder New Wave aufgestempelt wurden. Unter Beibehaltung der Basisenergie des Punks der 1970er Jahre wurde daher auch verstärkt mit Stilrichtungen wie beispielsweise Country, Jazz oder Funk experimentiert, die vorher als unpassend betrachtet wurden. Auf diese Weise entstand eine breite Bewegung zunächst subkulturell orientierter Rockmusik, die sich stetig weiter vom ursprünglichen Punk weg entwickelte.

Bands wie beispielsweise die Minutemen, die Bad Brains oder Public Image Ltd., die mit Funk-, Reggae– bzw. Jazz-Elementen arbeiteten, stießen insbesondere bei wertkonservativen Punks der ersten Generation auf offene Ablehnung. Nicht zuletzt aus Opposition gegen solchen Dogmatismus versuchten sich progressivere Hardcore-Musiker ab Mitte der 80er auch äußerlich von den traditionellen Punks abzusetzen. Sie verwendeten bewusst “Codes” der unter Punks oft verhassten Hippie-Generation, ließen sich die Haare lang wachsen, trugen Flanellhemden und zerrissene Jeans. Dieses Outfit wurde in den frühen 1990ern durch den Welterfolg von Grunge-Bands extrem populär.

Die Bezeichnung als Crossover wurde dabei auf Bands angewandt, die eine Mischung aus Hardcore und Thrash Metal spielten, wie D.R.I., 7 Seconds, Suicidal Tendencies, Black Uniforms, TT Task oder Disrespect.

Heute werden nur noch wenige Bands explizit dem Crossover zugerechnet. Dies liegt zum einen daran, dass Crossover nie eine bestimmte Stilrichtung bezeichnete, sondern die Vermischung verschiedener Stilistiken meinte. Zum anderen gilt es heute fast als selbstverständlich, dass sich Bands von verschiedenen musikalischen Einflüssen inspirieren lassen. Nur noch in wenigen Musikrichtungen wird die Übernahme “verwässernder” Elemente anderer Stilistiken abgelehnt.

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