18.10.17, 07:45 Uhr
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Über: England

England (auch: Großbritannien, Vereinigtes Königreich, UK)

Flagge United Kingdom UK England Union JackDas Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland (englisch: „United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland“), kurz: Vereinigtes Königreich (englisch: „United Kingdom“, internationale Abkürzung: UK), ist ein auf den Britischen Inseln vor der Nordwestküste Kontinentaleuropas gelegener europäischer Staat. Im deutschen Sprachgebrauch wird er auch vereinfacht als Großbritannien oder lediglich als England bezeichnet. Großbritannien ist jedoch streng genommen die geographische Bezeichnung nur für die Hauptinsel der Britischen Inseln.

Wappen England United Kingdom UK Royal Coat of Arms of the United KingdomDer größte Inselstaat Europas ist eine Union aus den Landesteilen England, Wales, Schottland und Nordirland. Die Isle of Man und die Kanalinseln sind als Kronbesitztümer unmittelbar der britischen Krone unterstellt. Sie sind daher kein Bestandteil des Vereinigten Königreichs. Das Vereinigte Königreich besitzt internationalen Einfluss aufgrund des weit verbreiteten Gebrauchs der englischen Sprache unter anderem als Verkehrssprache in den Staaten des Commonwealth of Nations. Als parlamentarische Monarchie unterhält das Vereinigte Königreich ferner Beziehungen zu 15 Commonwealth Realms, deren Staatsoberhaupt der britische Monarch ist. Darüber hinaus bestehen 14 Überseegebiete.

Mit rund 65,1 Millionen Einwohnern ist es der drittbevölkerungsreichste Staat der Europäischen Union. Das Vereinigte Königreich ist Gründungsmitglied der NATO sowie der Vereinten Nationen. Es ist Atommacht, ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates und einer der G7-Staaten. Mit einem Referendum am 23. Juni 2016 wurde der Austrittsprozess aus der Europäischen Union in Gang gesetzt.

Aufgrund des Einflusses des Britischen Weltreiches haben sich kulturelle Bräuche aus dem Vereinigten Königreich auf der ganzen Welt verbreitet. Das Land ist heute noch einer der größten Exporteure von kulturellen Produkten weltweit.

Das erste Genre der britischen Unterhaltungsmusik waren ab dem frühen 16. Jahrhundert die Broadside-Balladen. Dies waren bekannte Volkslieder, deren Texte auf Blättern unterschiedlicher Länge (broadsides) veröffentlicht wurden, zuerst handschriftlich, danach in gedruckter Form. Auf den Blättern stand jeweils der Hinweis, dass man die Texte zu einer bekannten Melodie singen sollte. Mit der zunehmenden Verbreitung von Zeitungen und der Entwicklung von Aufnahmetechniken wurden die Broadsides zu Beginn des 20. Jahrhunderts überflüssig.

Das Vereinigte Königreich ist zusammen mit den USA weltweit führend in der Entwicklung der Rock– und Popmusik. Kurz nachdem in den USA die ersten Rock’n’Roll-Platten erschienen waren, gelangten diese auch nach England, wo ein eigenständiger Stil entstand, der sich aus dem Skiffle und der britischen Folktradition zusammensetzte. In den 1960er Jahren begann mit der British Invasion der Siegeszug der britischen Rock- und Popmusik um die ganze Welt, angeführt von den Beatles. Im Sog der „Beatlemania“ feierten auch andere Bands große Erfolge, wie z. B. die Rolling Stones, The Who, The Kinks, The Dave Clark Five, The Searchers oder Gerry & the Pacemakers.

Ende der 1960er Jahre traten auch wichtige Vertreter des Folk-Rock in Erscheinung, etwa Bands wie Fairport Convention oder Steeleye Span und Singer-Songwriter wie Donovan, Bert Jansch, Nick Drake oder Cat Stevens. Zu den Wegbereitern des Hard Rock entwickelten sich Blues-Rock-Bands wie Fleetwood Mac oder Free und Musiker wie John Mayall oder Alexis Korner. Der in den USA entstandene Psychedelic Rock inspirierte auch zahlreiche britische Bands zu einem experimentellen Sound unter Einbeziehung exotischer Instrumente wie der indischen Sitar. Zu den wichtigsten Bands in diesem Bereich zählten Pink Floyd, die Beatles, Cream und die Pretty Things.

In den 1970er Jahren entstanden zahlreiche neue Musikrichtungen. Die Pioniere des Heavy Metal waren Led Zeppelin, Deep Purple und Black Sabbath, deren harte Musik im New Wave of British Heavy Metal von Bands wie Iron Maiden, Motörhead und Judas Priest weiterentwickelt wurde. Ebenfalls in England entstand der Progressive Rock, angeführt durch die Bands Pink Floyd, Genesis, King Crimson, Jethro Tull, Yes und Emerson, Lake and Palmer. Vor allem durch Kostüme und Bühnenshows fiel der Glam Rock auf mit Slade, T. Rex, Gary Glitter sowie (zumindest in ihren Anfangsjahren) Elton John, David Bowie und Queen. Der kommerzielle Durchbruch der Punkmusik gelang 1977 mit den Sex Pistols, auf diese folgten unter anderem The Clash und Elvis Costello. Mit Disco-Musik feierten die Bee Gees ihre größten Erfolge.

Die 1980er Jahre waren ebenfalls geprägt von einer Diversifizierung der Musikstile. Aus dem Punk heraus entwickelten sich New Wave (u. a. mit Ultravox und The Human League) und verschiedene Formen des Indie-Rock (u. a. mit The Cure, The Smiths und The Jesus and Mary Chain). Die Genres Madchester und Shoegazing integrierten mehr Pop-Strukturen in den Indie-Rock, woraus schließlich zu Beginn der 1990er Jahre der Britpop entstand, dessen bekannteste Vertreter Oasis, Blur, Manic Street Preachers und The Verve sind. Ebenfalls sehr bekannt wurde die britische Reggae– und Soulmusik mit UB40, Hot Chocolate, Sade, Billy Ocean, Lisa Stansfield, Eurythmics, Culture Club und Simply Red. Zu den weltweit erfolgreichsten Bands und Künstler der 1980er Jahre und darüber hinaus zählen des Weiteren The Police bzw. Sting, Rod Stewart, Dire Straits und Depeche Mode.

Auch verschiedene Formen der elektronischen Tanzmusik entwickelten sich in England, insbesondere Drum and Bass und Trip Hop. Bekannte Gruppen aus diesen Bereichen sind Underworld, Orbital, Massive Attack, The KLF, The Prodigy, The Chemical Brothers und Portishead. Explizit auf Massentauglichkeit zugeschnitten wurden Boygroups und Girlgroups, die sich meist nach wenigen Jahren wieder auflösten. Zu den bekanntesten Boygroups gehören Bay City Rollers, Wham!, East 17, Blue, Take That und One Direction, zu den bekanntesten Girlgroups gehören All Saints, Atomic Kitten, Bananarama, Sugababes und Spice Girls. Nur wenigen Mitgliedern solcher Gruppen gelang eine erfolgreiche Solokarriere, namentlich George Michael, Robbie Williams und Melanie C.

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