ASP

ASP Credit: S. Bollmann

ASP, laut Gründer Alexander Spreng ausgesprochen „wie Ast, nur mit P“, ist eine deutsche Rockband, die gemeinhin der schwarzen Szene zugeordnet wird. Bekannt wurde ASP durch den Zyklus um den Schwarzen Schmetterling. Dieser fünf Alben umfassende Zyklus kann als musikalische Gothic Novelle angesehen werden. Die Band verdeutlichte diesen Bezug zusätzlich durch die angehängte Bezeichnungen „Tales of ASP“.

1999 gründeten Alexander „Asp“ Spreng und Matthias Ambré die Band „in einer von Hessens schöneren Apfelweinkneipen“. Der Bandname ist gleichzeitig Spitz- und Rufname des Sängers. Die von Alexander Spreng geschaffene Figur sollte zentraler Bestandteil der Veröffentlichungen sein, deshalb lag die Wahl des Bandnamens nahe. Zur Unterscheidung zwischen Band und Sänger schreibt man den Bandnamen in Großbuchstaben, „ASP“.

Die erste Demo-CD wurde von Szene-DJs Hörern aus der Umgebung positiv aufgenommen. Live-Auftritte waren nicht geplant. Später wurde ASP durch Trisol unter Vertrag genommen. Durch Initiative eines Onlinemagazins entschied sich ASP schließlich doch, live aufzutreten. Die Band wolte zu diesem Zweck eine Live-Band zusammenstellen, um nicht auf Playback angewiesen zu sein. Oliver Himmighoffen, Andreas Gross, Holger Hartgen und Pit Hammann wurden zu diesem Zweck angeworben.

Das Debüt-Album der Band „Hast Du mich vermisst? (Der schwarze Schmetterling I)“ erschien 2000. Auf Betreiben von Mozart (Sänger von Umbra et Imago) trat ASP 2001 auf dem Ostara-Festival vor größerem Publikum auf. Im selben Jahr folgte der erste Auftritt von ASP auf dem Wave-Gotik-Treffen (WGT). Das zweite Album der Band „Duett (Der schwarze Schmetterling II)“ erschien bereits Ende des Jahres.

2002 folgte die erste Tournee. Mitte des Jahres erschien die EP „Zusammenkunft“. 2003 erschien das Album „Weltunter (Der schwarze Schmetterling III)“. Es war das erste Album der Band, das in einem professionellen Tonstudio abgemischt wurde. Nach einer weiteren Support Tour 2003 mit L’Âme Immortelle und Unheilig und einigen Festivalauftritten folgte die erste Headlinertour.

2004 musste der Vertrieb der Band EFA Insolvenz anmelden, was den Vertrieb weiterer CDs vorübergehend verhinderte. Aus wirtschaftlichen Gründen forcierte Trisol die Produktion der vom Publikum ungeliebten Best-Of-CD „Interim Works Compendium“ gegen den Willen der Band. Im selben Jahr stellte ASP für kurze Zeit die gesamte Diskographie zum Bezahldownload zur Verfügung. Wegen ungeklärter Abwicklung mit der GEMA musste das bald wieder eingestellt werden. Die Single „Ich will brennen“ wurde im selben Jahr als Teil einer Kampagne zur Erhaltung des Rechts auf Privatkopie veröffentlicht, der ein Statement der Band, ein Aufkleber und ein CD-Rohling bei lagen, auf dem sich die Käufer ihre eigene Best-Of brennen sollten.

2004 traten ASP erstmalig im Ausland auf und spielten neben diversen Festivals zum ersten Mal auf dem M’era Luna Festival. Es folgte eine weitere Headliner-Tour und 2005 die Single „Hunger“, die nur auf der Tour verkauft wurde. Im selben Jahr veröffentlichte ASP das Album „Aus der Tiefe“, auf die eine weitere Tournee folgte. Daran schloss sich eine Akustiktour von ASP und Chamber an. Auf dieser Konzertreise unter dem Namen „Once in a lifetime“ spielten die beiden Bands in durchmischter Besetzung Lieder beider Bands. Zum Vorprogramm gehörte eine Lesung des Autors Thomas Sabottka. Zu dieser Tour wurden die EP „Humility“ und eine limitierte Live-CD-Box veröffentlicht.

Zu dieser Zeit warf die Szene der Band eine zunehmende Kommerzialisierung vor. Als Reaktion veröffentlichten ASP 2006 die Single „Werben“, die von einer persiflierenden Werbekampagne begleitet wurden. Später im Jahr erschien die Single „Ich bin ein wahrer Satan“ in vier Versionen. Jeder Version lag der Teil eines Gutscheins bei, mit dem man sich auf der Tour die Single „Isobel Goudie“ kostenlos abholen konnte. Die unverkauften Exemplare der Singles wurden nach der Tour vernichtet. Die verschiedenen Versionen dieser Single enthielten Lieder aus dem kommenden Krabat-Liederzyklus „Zaubererbruder“.

2007 erschien der fünfte Teil des schwarzer-Schmetterling-Zyklus, „Requiembryo (Der schwarze Schmetterling V)“, gefolgt von einer Tournee. Nach einer Onlineabstimmung über den Titel veröffentlichten ASP 2007 EP „Nie Mehr! (Die verschollenen Archive I)“, auf der eine Coverversion des Liedes „Sage Nein!“ von Konstantin Wecker veröffentlicht wurde. 2008 produzierte ASP das erste eigene Musikvideo zum Lied „Me“. Es erschien als DVD in der limitierten Ausgabe der Best-Of-Doppel-CD „Horror Vacui“. Die unpopuläre CD „Interim Works Compendium“ wurde danach in Absprache mit Trisol vom Markt genommen. Gleichzeitig erschien das Buch „Horror Vacui“, das Lied- und Begleittexte enthielt.

2008 folgten die Tour „Horror Vacui“ und das Doppelalbum „Zaubererbruder – Der Krabat-Liederzyklus“, auf dem ASP den Stoff der Krabat-Geschichte interpretieren. Es wurde das erste Top-20 Album der Band in den deutschen Albumcharts. Es folgte eine weitere Akustiktour mit Gastmusikern, auf das im selben Jahr ein drittes Doppelalbum folgte, die Live-CD „Akoasma“.

2009 erschien mit „Von Zaubererbrüdern“ ein weiteres Live-Album, erstmals neben CD auch auf DVD und Blu-ray Disc. Später im Jahr erschien die Single „Wer Sonst?/Im Märchenland“. Die Veröffentlichung des ursprünglich geplanten Albums wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, da die Produktion des Albums „Von Zaubererbrüdern“ aufwändiger wurde als erwartet. Alexander Spreng gab an, an Symptomen eines Burnout-Syndromes zu leiden. Die Band gab bekannt, sich eine Auszeit zur Neustrukturierung der kompletten Bandaktivitäten und internen Arbeitsweisen nehmen zu müssen. Darauf folgte zum Jahreswechsel 2009/2010 eine Proklamation, in der die Band einen Verhaltenskodex formulierte. Dieser definierte, wie sich die Band in der sich stark verändernden Musiklandschaft zu positionieren gedenkt.

2011 wurde das Album „fremd“ offiziell angekündigt. In der zweiten Jahreshälfte erschien die Single „Wechselbalg“, die dem Album „fremd (fremder Zyklus Teil 1)“ vorweg ging, das Ende des Jahres veröffentlicht wurde. Der Veröffentlichung folgte eine weitere Tournee. 2012 wurde die Single „Eisige Wirklichkeit“ aus dem Album „fremd“ ausgekoppelt, nachdem Fans entscheiden konnten welche Single als erste ausgekoppelt werden sollte.

2013 trat die Band beim „Wacken Open Air“ auf und es erschien der zweite Teil des Zyklus „Fremder“ mit dem Namen „Maskenhaft“. 2014 feierte die Band ihr 15jähriges Bestehen und ging auf Jubiläumstour. Außerdem veröffentlichte die Band das Best-Of-Album „Per aspera ad aspera“. Ende 2015 erschien „Verfallen – Folge 1: Astoria“.

ASP griff anfangs auf Stilmittel der Neuen Deutschen Härte (NDH) zurück, insbesondere metal-lastige Powerchords in Verbindung mit teils an Techno erinnernde Sounds und Beats bildeten oft die Grundlage zahlreicher Songs. Später traten zunehmend Folk-Anklänge und Elemente der Liedermacherei in den Vordergrund. Die von der Band selbstgewählte Bezeichnung „Gothic Novel Rock“ bezieht sich dabei nicht auf den Musikstil Gothic Rock. Ein stilistischer Bezug zum Gothic Rock besteht nicht.

Webseite von ASP: http://www.aspswelten.de/

(Bild: S. Bollmann, CC3.0)

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