Netflix läuft Sendern den Rang ab

Netflix gilt hierzulande vielen als “exotische Spielerei”. Aber TVoverIP, neudeutsch Internetfernsehen, ist längst eine ganz große Sache, die den althergebrachten Sendern immer mehr das Wasser abgräbt. Netflix ist inzwischen weit mehr als nur eine reine “Onlinevideothek”. Mit Serien wie “House of Cards” (u.a. mit Kevin Spacey, Kate Mara, Michel Gill, Sakina Jaffrey) und Dokumentationen wie zum Beispiel “Print The Legend” hat Netflix längst das Territorium des reinen Anbieters verlassen und ist zum ernstzunehmenden Produzenten geworden.

Einschaltquoten sind immer ein Zankapfel, weil sich gerade bei herkömmlichen Sendewegen nicht eindeutig feststellen lässt, wie viele TV Geräte zu welchem Zeitpunkt irgendein Programm angeschaltet hatten, von der Anzahl der dieses Programm auch tatsächlich konsumierenden Zuschauer ganz zu schweigen. Dank des Internet kann aber zumindest die Anzahl der mit Inhalten versorgten Geräte sehr genau ermittelt werden. Herkömmliche Reichweitenerhebungen hierzulande erstrecken sich auch nur auf eine kleine, handverlesene Gruppe Zuschauer, die stellvertretend für alle angenommen wird – über das Internet aufgerufene Inhalte, insbesondere “TV on Demand” bleiben außen vor.

Dennoch: Die Analysten der US-amerikanischen Firma FBR Capital Markets sagen voraus, dass Netflix binnen eines Jahres, bezogen auf einen 24-Stunden-Zyklus, eine größere Zuschauerzahl an sich binden wird, als ABC, CBS Fox und NBC. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Netflix weder Werbeplätze verkauft und die gesendeten Filme auch nicht durch Werbepausen unterbricht, dürfte die Aussicht, von einem “Emporkömmling” marginalisiert zu werden auch den Fernsehbaronen hierzulande einige Sorge bereiten.

Der durch die Analysten Barton Crockett und Chase White aufgestellte Vergleich soll laut FBR als Barometer verstanden werden, das die relative Popularität des Angebots von Netflix im Vergleich zu “herkömmlichen” Fernsehsendern darstellen will. Die reine Anzahl Stunden, die Kunden von Netflix damit verbringen, dessen Angebote zu konsumiere unterstreicht aber gerade die stetig zunehmende Marktmacht des Unternehmens, nicht nur in den USA, sondern auch international. Die vorhandenen Daten unterstreichen das kontinuierliche Wachstum der Firma und ermöglichen ihr langfristig auch in anderen Märkten eine marktbeherrschende Position einzunehmen.

In Befragungen fanden die Analysten heraus, das über die Hälfte der Befragten eher einen Vertrag mit Netflix abschließen würden, als mit einem herkömmlichen PayTV-Anbieter. Während PayTV in den USA meist 80 US$ im Monat kostet, ist Netflix für rund 8 US$ zu haben – all inclusive. Bereits heute kann Netflix weltweit mehr als 62 Millionen Subscriber für sich verbuchen – bei einer geschätzten Wachstumsrate von mehr als 40%, während die Marktabdeckung und Reichweite herkömmlicher TV-Anbieter kontinuierlich nachlässt.

Netflix: http://www.netflix.com
FBR Capital Markets: http://www.fbr.com/

(Mit Material von Netflix, FBR)

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