Till Lindemann im Interview

Das schwedische Magazin Rocksverige hat den aus Deutschland stammenden Musiker Till Lindemann zum neuen Album „Sills in Pills“ interviewt, aber auch zum Musikgeschäft insgesamt. Till hatte offenbar wenig Hemmungen, in dem Album autobiographische Elemente zu verarbeiten. Ein Auszug aus dem Interview:

RS: „Basiert ein Song wie ‚Skills in Pills‘ auf Deinen eigenen Erfahrungen?“
Till Lindemann: „Ja, ein wenig autobiographisch. Ich bin im Osten Deutschlands aufgewachsen und wir hatten natürlich auch Sprit, aber manchmal hatten wir diese „Pillen Partys“, bei denen wir Zeug zusammengeworfen haben. Wir haben gesammelt, denn es war schwierig, an Medikamente heranzukommen, und dann warfen wir das Zeug bei Pillen Orgien ein, die ziemlich strange waren.“
RS: „Golden Shower? Irgendwelche Erfahrungen in der Hinsicht?“
Till Lindemann: „Ja, aber ich war der, der gepinkelt hat.“
RS: „War das eine gute Erfahrung?“
Till Lindemann: „Oh ja! Das waren ihre Worte.“ (lacht)
„Wie denkst Du über die Musikindustrie heute?“
Till Lindemann: „Das einzige, was ich dazu sagen kann, ist, dass ich heute keine Band mehr starten würde. Es ist so gut wie unmöglich davon zu leben. Die Plattenfirmen geben dir heute keine Chance mehr wie früher, wo sie sagten: „Hier hast Du einen Haufen Geld, zieh ab und mach ne gute Platte!“ Meiner Meinung nach ist Musik heute in erster Linie auf die Schnelle gemacht, zu Hause produziert, komplett digital und Low Budget. Als Newcomer hast Du einfach keine Chance. Ich meine, heute ist alles billig und Low Budget und da kommt nichts ordentliches mehr bei raus, abgesehen von DJs. Es gibt eine völlig neue und moderne DJ-Kultur, wie Skrillex und diese Jungs. Da ist ein kompletter Wechsel in der Musik und in der Qualität der Musik im Gange und der Musikgeschmack ist völlig anders. Wir werden nie wieder Bands wie Led Zeppelin oder Black Sabbath sehen. Das ist vorbei.“

Niclas Müller-Hansen / Rocksverige

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