Uwe Boll: Fuck you!

Uwe Boll, Regisseur, Produzent und Drehbuchautor, ist hinlänglich bekannt für seine Verfilmungen von Computerspielen. Besonders bekannt wurden seine Adaptionen von Bloodrayne, Postal und Alone in The Dark. Insgasamt hat Herr Boll bei gut 40 Filmen maßgeblich hinter der Kamera als Regisseur, Produzent oder Drehbuchautor mitgewirkt. Das Problem: Seine Filme waren meistens sehr umstritten und trafen nicht immer auf die erwartete Gegenliebe. Das ging soweit, dass er im Spätsommer 2006 fünf seiner größten Kritiker (Richard Kyanka, Jeff Sneider, Chris Alexander, Carlos Palencia Jimenez-Arguello und Nelson „Chance“ Minter) nach Vancouver zu einem Boxkampf gegen ihn einlud. Seine Begründung damals:

„Wenn die mich fertig machen wollen, sollen sie es doch versuchen!“

Boll gewann zwar alle fünf Kämpfe, verfügte allerdings bereits zuvor über Boxerfahrung. An der Kritik an seinen Filmen änderte das allerdings wenig. Obwohl Uwe Boll lange Zeit Videospiele verfilmte, bezeichnet er Videospielproduzenten als „kleine erbärmliche Würstchen“. Seiner Ansicht nach glauben die Macher von Videospielen irrtümlich, dass sie irgendetwas Produktives für die Welt schaffen. Diese Ansicht trifft auf ebenso viel ungeteilte Zustimmung und Gegenliebe, wie seine Verfilmungen. Uwe Boll zu, dass er Filme über Videospiele gedreht nur deshalb hat, um damit Geld zu verdienen, er habe selber nie ein Videospiel gespielt, geschweige denn sich dafür interessiert – was wohl auch die teils eigenwilligen Umsetzungen der Vorlagen erklären könnte.

In letzter Zeit versuchte er durch Crowdfunding Geld für die Fortsetzung von Postal zu sammeln, schaffte es aber nur, US$ 29,977 der angestrebten US$ 500,000 einzunehmen. Danach versuchte er eine Fortsetzung zu Rampage ebenfalls per Crowdfunding zu finanzieren und scheiterte ebenfalls. Rampage 3: No Mercy on Indiegogo erzielte US$ 6,375 der angestrebten US$ 100,000. Auf Kickstarter erzielte das Projekt bis jetzt rund 22,677 Euro des angestrebten Ziels von €50,000 Euro.

Offenbar mag Herr Boll das Resultat nicht so ganz. In einer Videobotschaft an die Massen äußert er sein Missfallen über die mangelnde Bereitschaft der Spender, seine Projekte zu unterstützen und stattdessen anderen Projekten das Geld zukommen zu lassen.

In seinen eigenen Worten:

Vielleicht – das ist jetzt Spekulation – hat Herr Boll nicht ganz verstanden, was die Grundlage für erfolgreiches Crowdfunding ist? Vielleicht liegt es aber auch einfach nur daran, dass wir alle zu blöde dazu sind, Herrn Boll und seine Genialität zu verstehen. Wer weiß das schon?

(Bild: Ausschnitt aus dem Videobeitrag von Uwe Boll, Youtube)

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