Empire Dust – Lord Kimo strikes back

Der Name Lord Kimo ist hierzulande nur einem vergleichsweise exklusiven Kreis bekannt. Lord Kimo war in den 90ern Gründungsmitglied Asian Dub Foundation und die wiederum haben besonders in Frankreich und England ganz schön was los gemacht. Sein aktuelles Projekt ist Empire Dust und das fegt in gewohnter Tradition ordentlich durch. Das gleichnamige Album Empire Dust ist eine Symbiose verschiedenster Stile: Atari Teenage Riot, Noisia, Chemical Brothers, The Prodigy. Wer hier mit der „das ist ja bloß HipHop“-Fahne wedelt, ist auf dem falschen Dampfer.

Die Legierung aus trockenen Beats, rockigen Gitarren und hypnotisierenden Synthies, ergänzt durch die Rhymes von Lord Kimo und Babatunde fasziniert, weil sie überraschend gut funktioniert. Die Band will zum Nachdenken anstiften. Sie richtet sich in ihren Texten gegen die Kälte der zunehmend konformer werdenden Welt und klagt Raubtierkapitalismus und Egomanie an. Gut, das ist jetzt nicht brandneu und auch eher nicht „noch nie dagewesen“, aber der Band ist das herzlich egal. Es interessiert die Jungs auch nicht, welches Etikett ihnen aufgedrückt wird. Empire Dust schaffen sich ihr eigenes Hybrid-Genre, das sich im selben Atemzug auf Punk und TripHop bezieht und machen einfach ihr Ding und haben einen mordsmäßigen Spaß dabei.

Empire Dust versteht es, durch seine Kombination verschiedenster Stilrichtungen zu faszinieren. Das Album ist kantig genug, um aufzufallen, aber gleichzeitig erwachsen genug, um nicht als Kiddieattitüde durchgewinkt zu werden. Die Musik macht Spaß und hebt sich schön vom in meinen Augen zu recht verschrienen Gangster-Rap ab, ist dabei aber auch eingängig und melodisch genug, um viele abzuholen. Genau hier liegt die Gefahr und Schwäche des Albums: Von „geil!“ zu „es reicht!“ ist es nicht weit. Schnell hat man sich eine Überdosis eingefangen. Aber sorgsam und mit Bedacht eingestreut entfaltet diese Musik eine wundervolle Wirkung.

Empire Dust von Empire Dust ist erschienen am 31.10.2014 bei Last Exit Records

Homepage der Band: http://www.empiredust.com/

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