17 Hippies – Anatomy & Metamorphosis: 20 Jahre Weltreise

Die 17 Hippies sind weder 17, noch Hippies

Das Doppelalbum der 17 Hippies – Anatomy und Metamorphosis ist ein Jubiläumsalbum: Seit 20 Jahren gibt es die elfköpfige Band aus Berlin, die permanent auf Tournee ist. Das nehmen die 17 Hippes zum Anlass, ein „Best Of“ Doppelalbum zu veröffentlichen. Auf „Anatomy“, der ersten CD des Albums, spielt die Band selbst eine bunte Auswahl ihrer Songs. Auf „Metamorphosis“ sind Versionen von Songs der 17 Hippies zu hören, die Freunde der Band überarbeitet haben. Eine umfangreiche, wuchtige Kollage des Werkes einer Band, die sich den üblichen Beschreibungen entzieht.

Die Musik der 17 Hippies, die mit „Hippies“ recht wenig gemein haben, ist eine ungewöhnliche und auch herausfordende Mischung. Ich musste meine „übliche“ Erwartungshaltung komplett aufgeben, mich frei machen und öffnen für Neues. Belohnt wurde ich mit einem wundervoll inspirierenden Stilmix aus amerikanischem Folk, Polka, Walzer, Klezmer, Cajun, Chanson, Mariachi, Free-Jazz, Krautrock, Balkan-Pop und wahrscheinlich noch viel mehr. Mal ist die Musik instrumental, mal wird gesungen – auf Deutsch, Englisch, Französisch und gefühlt noch mindestens 20 weitere Sprachen, die ich nicht identifizieren kann. Wenn ich jemals „Weltmusik“ gehört habe, dann ist es das hier. Der Stilmix ist umfangreich, überwältigend und manchmal auch eine Herausforderung.

Ihr Stil wird häufig „Berlin Style“ genannt und die 17 Hippies gelten als Begründer dieses Stiles. Ich kann beim besten Willen nicht sagen, was an diesem Stil „Berlin“ ist, aber ähnlich ratlos bin ich auch bei anderen Namen von Stilrichtungen. Ich sortiere das für mich im weitesten Sinne unter „Indie“ weg. Viel zu international und weit jenseits kultureller Schranken bewegt sich für mich die Musik der 17 Hippies, als das ich sie auf eine Stadt festlegen könnte. Der Preis für einen so breit gefächerten Stilmix ist, dass nicht jeder Song bei mir ankommt – ich bin einfach kein Polka-Fan. Doch selbst bei den Songs, die mir nicht so sehr zusagen, muss ich neidlos anerkennen, dass die Band richtig gut ist. Die Musiker haben echt was auf dem Kasten, beherrschen ihr Handwerk, haben Spaß an der Sache und vermitteln beim Hören des Albums eine dichte, authentische Atmosphäre, die mir gut gefällt.

17 Hippies MetamorphosisDie zweite CD „Metamorphosis“ entstand, indem die 17 Hippies anderen Musikern, denen sie auf ihren Tourneen begegnet sind, Originalspuren ihrer Stücke zur Verfügung gestellt haben. Die konnten dann diese Aufnahmen bearbeiten, interpretieren oder neu aufnehmen. Daraus sind Versionen entstanden, die mal sehr ähnlich, mal weit weg vom Original sind. Bei allen Aufnahmen bleiben aber die Wurzeln, das „musikalische Erbgut“, wenn man so will, der 17 Hippies erkennbar. Es ist spannend, die Interpretation und das „Original“ nebeneinander zu legen.

Auch wenn die Musik von „Anatomy“ und „Metamorphosis“ vielleicht für mich hin und wieder etwas anstrengend sein mag, hat das absolut nichts mit der Qualität der Musik oder dem Können der Musiker als solches zu tun. Die Qualität der Songs, der Aufnahmen und der Musiker ist astrein und braucht keinen Vergleich zu scheuen. Selbst für mich sind auf diesem Album etliche Songs dabei, die mir wirklich gut gefallen. Ich war von mir selber überrascht, dass ich dieses Album in den letzten Tagen immer wieder aufgelegt habe. Gerade weil die Musik so abwechslungsreich ist, inspiriert sie mich. Die Musik erreicht mich, auch wenn ich nicht immer verstehe, was dort gesungen wird. Doch die Atmosphäre und Stimmung sind toll. Es macht Spaß, diese Musik laufen und sich von ihr tragen zu lassen.

17 Hippies – Anatomy & Metamorphosis erscheint am 15.01.2016 bei Hipster Records / Soulfood

Webseite der Band: http://www.17hippies.de/

Tourdaten der 17 Hippies 2016:

29.01.16 Dresden, Alter Schlachthof
30.01.16 Erfurt, HsD
02.02.16 München, Ampere
03.02.16 Biberach, Gigelberghalle
04.02.16 Aschaffenburg, Colos-Saal
05.02.16 Bremen, Schlachthof
06.02.16 Leipzig, Täubchenthal
11.02.16 Hannover, Pavillon
12.02.16 Köln, Gloria
13.02.16 Mülheim/Ruhr, Ringlokschuppen
14.02.16 Karlsruhe, Tollhaus
19.02.16 Rostock, M.A.U.-Club
20.02.16 Magdeburg, Moritzhof

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