About A Girl – von wegen „Kurt Cobain“…

About A Girl ist Titel eines mir wichtigen Songs und zweier mir nicht ganz so wichtiger Filme. Einer der beiden Streifen ist ein deutscher Film, der zwar seit heute im Kino läuft, aber komplett an mir vorbei gegangen ist. Ich musste erstmal nachlesen, worum es in dem Streifen überhaupt geht. Die Story ist wie folgt: Charleen, 15, schlagfertig und frech (manche, speziell Eltern mit Erfahrung, würden vielleicht sagen: „großmäulig und altklug“) ist ein großer Fan von Kurt Cobain.

Für die, bei denen es bis hier nicht klingelt: Die Band hieß „Nirvana“, das Album heißt „Bleach“ und war deren Debütalbum, der Song heißt „About A Girl“ und das Jahr war 1989. Für Guido: Das ist 26 Jahre her. Doch zurück zum Film.

Wie viele Teenager, so kommt auch Charleen mit dem aufwachsen nicht klar. In einem Anflug besonderes ausgeprägter Melodramatik und Rebellion beschließt sie sich probehalber umzubringen. Das geht natürlich schief und stattdessen verknallt sie sich und so weiter und vermutlich wird es spätestens ab hier eine Teenager-wird-erwachsen-Klamotte, zu dessen Zielgruppe ich offenbar nicht gehöre.

Gestern landete allerdings der Soundtrack dazu bei mir auf dem Tisch – sonst hätte ich mich kaum mit dem Film beschäftigt. Leider hat der Soundtrack exakt gar nichts mit Kurt Cobain zu tun. Selbst „Seattle Grunge“ oder wenigstens „Washington Grunge“ ist auf dem Album nicht vertreten, was die Chancen des Films bei mir noch mal deutlich reduziert.

Auf dem Soundtrack ist statt des harten Grunge überraschend ansprechendes und hervorragend produziertes Indie versammelt. Der Opener „Welcome To My World“ von den Pictures ist noch der rockigste Track des Albums und passt nicht so recht zum Rest des ansonsten erstaunlich gut zusammengestellten OST-Albums. Die Musik ist eindringlich und vermittelt einen authentischen Eindruck einer völlig aus der Bahn geworfenen Gefühlswelt.

Livy Pear – überraschender Weise eine Musikerin aus München – liefert mit „Arctic Roads“ für mich DIE Überraschung des Albums ab. Ein grandioser Song, creepy, packend, überzeugend. Aber auch die übrigen auf dem Album vertretenen Künstler sind richtig gut und ihre Songs überzeugend.

Die Songs des Soundtracks sind ausdrucksstark und emotional treffend. Gottseidank wird auf die typischen Teenie-Schnulzen verzichtet und auch Tränendrüsenauspresser glänzen durch erfreuliche Abwesenheit. Insgesamt war ich wirklich positiv überrascht von einem Samp… äh… einer Compi… öhm… einem Soundtrack, der mich zuerst mit „Kurt Cobain“ lockt und mir stattdessen etwas ganz Anderes liefert. Anders als erwartet, ja, aber trotzdem gut.

About a Girl (Original Soundtrack) erscheint in Deutschland am 07.08.2015 bei Ahoi Musikverlag / Believe Digital

Website zum Film: http://aboutagirl-derfilm.de/

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