AFI – Burials

Zugegeben: Ich habe Burials von AFI auf gut Glück angefordert. Ich wusste zu wenig über die Band, um mit Sicherheit sagen zu können, was mich erwarten würde. Ehemalige Punkrocker, jetzt eher „Dark Rock“. Im Archiv hatte ich zwei wenig aussagekräftige Singles. Das war es auch schon. Als das Album bei mir auf dem Tisch lag, war ich ehrlich neugierig und vollkommen ahnungslos.

Um es kurz zu machen: Bockstark! Ja, Punk is dead – und meiner Meinung nach ist das auch gut so. AFI sind weit weg davon. Sie verleugnen aber auch ihre Wurzeln nicht und so entsteht ein gesunder und überraschend frischer Mix aus teils dunklen Hammertracks, teils schnellen Partykrachern. AFI lässt die Wände wackeln und meine Nachbarn fragen zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder nach, warum sie nicht zur Party eingeladen wurden. Ein gutes Zeichen wie ich finde. Wer wehrt sich schon gegen ein kühles Blondes zur Mittagstunde, noch dazu wenn solch geile Mucke gegeben wird?

Mir ist es egal, ob AFI stilistisch jetzt eher Dark Rock, oder Alternative, oder PostPunk oder was weiß ich ist. Burials ist super vielseitig und gefällt mir. Allein das ist entscheidend. Die Songs Conductor (wuchtig, dunkel, modern) und Wild (retro, alternative, crossover) sind gute Beispiele für die extreme Spannbreite des Albums. Dazwischen ballert die Band so ziemlich alles raus, was an bunt-dunklem Rock-Stilmix mach- und denkbar ist. Hörenswert, stimmungsvoll und sehr beeindruckend. Mir gefällt, wie die Band mit den Stimmungen, Anspielungen und Anleihen umgeht. Das Burials ist modern und durchaus hörbar, ja sogar ein wenig „glatt“. Dennoch: Mir macht Burials Spaß. AFI hat mich überzeugt und mir bewiesen, dass die Band richtig fett Musik machen kann.

AFI – Burials ist erschienen am 18.10.2013 bei Republic (Universal)

Webseite der Band: http://www.afireinside.net/

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