Awolnation – Megalithic Symphony: Lass rocken, Baby.

Debütalben finde ich immer sehr spannend. Ich kenne die Band nicht, kann nur begrenzt erahnen, was sie mir präsentieren wird und ich kann nicht an früheren Werken anknüpfen. Das liefert mich der Band aus. Es ist wie ein Blind Date, bei dem ich vorher nur ein Minimum über das weiß, was mich erwartet. Entsprechend nervös und gespannt bin ich darauf, was mir bei Awolnations „Megalitic Symphony“ bevorsteht.

Gleich das erste Stück „Soul Wars“ bläst mir die Ohren weg. Hard Rock trifft Synthie-Pop, kellertiefe Beats, garniert mit Indie-Rock und das Ganze abgerundet durch Alternative Rock. Und das alles in einem einzigen Song. Awolnation zieht alle Register. Großartig! Diese erfrischend kreative, moderne Verbindung verschiedener Stilrichtungen ist genau meine Musik. Meine Nachbarn und ich wollen dieses Stück wieder und wieder hören! Mittagsruhe ist eh‘ für Pussies.

Natürlich glaube ich nach „Soul Wars“ Awolnation musikalisch einordnen zu können und liege mit diesem Anflug von Größenwahn so vollkommen daneben, wie selten zuvor. Aaron Bruno, der Kopf hinter dem Projekt „Awolnation“, beweist mir mit jedem Stück aufs Neue, wie unglaublich vielseitig seine Musik ist. Der wunderschöne 80er Jahre Synthie-Pop, der „People“ und „Jump On My Shoulders“ ausmacht, lässt mich träumen und beflügelt meine Laune. Ja, die Songs sind poppig. Ja, sie sind schnulzig. Ja, die Songs kriechen mir ins Hirn und entsetzt ertappe ich mich beim mitsingen. Aber sie sind so wunderschön, dass ich nicht weiß, was ich machen soll. Ich hatte mich doch auf kernige Musik eingestellt, die das Geschirr im Schrank klappern lässt, und dann singe ich bei Synthie-Pop mit? Was ist hier los?

Während ich noch darüber sinniere, ob ich vielleicht übergeschnappt bin, holt mich eine Hommage an Rock’n’Roll auf den Boden der Tatsachen zurück, auf die ich anfangs so rein gar nichts wechseln kann. Bevor ich aber auch nur in die Nähe der Skip Taste komme, tritt mir Awolnation so dermaßen mit Anlauf in meinen musikalischen Hintern, dass mir die Spucke wegbleibt. Was anfängt wie eine Neuauflage von „Jailhouse Rock“ mit doppelter Geschwindigkeit, verwandelt sich ohne Vorwarnung in eine Dampframme von einem Song. Unfassbar.

Mittlerweile ist der Lautstärkeregler meines Amps am oberen Anschlag angekommen und wie hypnotisiert kann ich nicht anders, als das Album frenetisch zu feiern. Es fetzt. Es schnulzt. Es beflügelt. Es tritt Arsch. Es will LAUT gehört werden und es will vor allem getanzt werden. Meine Nachbarn sind inzwischen ‚rüber gekommen und zusammen feiern wir eine spontane Party. Mein Wohnzimmer verwandelt sich in eine Disco und die ganze Nachbarschaft hat einfach nur Spaß und gute Laune. Was für ein wundervolles Album.

„Megalthic Symphony“ gewinnt gerade wegen seiner Kombination aus 80er Synthie-Pop, hartem Rock und Anleihen bei Dance und Dub. Ich finde das Album einfach nur toll. Das Album fällt vollkommen aus jedem Rahmen und wehrt sich beharrlich dagegen, in irgendeine Schublade gesteckt zu werden. Diese Scheibe ist nichts für Trübsalbläser, Turnbeutelvergesser und Partymuffel. Wer aber mal so richtig die Sau raus lassen will und ein Album sucht, das immer wieder aufs Neue überrascht, das für so ziemlich jeden Geschmack was auf Lager hat und trotzdem nicht langweilig wird, dem lege ich Awolnation – „Megalithic Symphony“ wärmstens ans Herz.

„Megalithic Symphony“ ist erschienen am 01.06.2012 bei Red Bull Records (EMI/Universal)

Webseite von Awolnation: http://awolnationmusic.com/

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