Ben Watt – Fever Dream

Damals…

Erinnerst Du Dich auch noch an „Missing“ von Everything But The Girl? Hach, das waren noch Zeiten. 2000 ist das britische Duo zuletzt aufgetreten und danach wurde es still um die Band, die elf Studioalben (5 davon in den Top10) acht Compilations, 4 EPs und unzählige Singles veröffentlicht hat. Tracey Thorn und Ben Watt gingen ihren eigenen Ideen nach.

Fever Dream

Ben konzentrierte sich auf elektronische Musik und die Clubland-Szene, wurde Club-DJ, war 2009 nominiert für den Award für „Outstanding Contribution to Dance Music“ und von 2010 bis 2014 resident DJ auf BBC6, gründete sein eigenes Label und wurde auch noch Radiomoderator. Insgesamt eine naheliegende Entwicklung, wenn man sich an den Sound von „Everything But The Girl“ erinnert.

Als mir die Tage Fever Dream von Ben Watt auf den Tisch gelegt wurde, rat mal, womit ich gerechnet habe? Genau: „Was Elektrisches“. Rat mal, was Fever Dream nicht ist? Genau: „Was Elektrisches“. Ich hab ganz schön dumm aus der Wäsche geguckt, als ich in bester Elektro-Stimmung das Album anschob und dann etwas völlig Anderes aus den Boxen kam.

Fever Dream ist handgemachter, langsamer, nachdenklich-entspannter Rock. Als das Album anlief, hatte ich sofort den Wunsch, nach draußen zu gehen, mich ins Auto zu setzen, loszufahren. Irgendwo hin, ganz egal wo hin. Hauptsache unterwegs sein, die Welt sehen, nachdenken, mit mir und der Welt ins Reine kommen.

Dieses Gefühl zieht sich durch das ganze Album und transportiert ein Gefühl von Freiheit, die Dir alle Möglichkeiten einräumt, aber auch teuer erkauft ist. Schon die ersten Töne von „Gradually“, dem Opener des Albums, transportieren dieses Gefühl, bringen es auf den Punkt. „Fever Dream“ ist ein erwachsenes Album, das seine „Hach ja…“-Wirkung dann in ganzer Pracht entfaltet, wenn man Zeit hat, zuhört und selber die eine oder andere Straße im Leben entlang gewandert ist. Aber dann lohnt es sich sehr.

Ben Watt – Fever Dream erscheint am 08.04.2016 bei Unmade Road / Caroline / Universal

Ben Watt – Fever Dream (feat. Hiss Golden Messenger’s M.C. Taylor)

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