Black Nail Cabaret: Minimaler Synth-Pop mit Stil

Wer seinen Alben Namen wie “Harry Me, Marry Me, Bury Me, Bite Me” gibt, ist entweder unglaublich kreativ, oder war während der Namensgebung ziemlich stoned. So oder so: Ich bin neugierig und so lernte ich Black Nail Cabaret und ihr aktuelles Album “Harry Me Marry Me Bury Me Bite Me” kennen. Vorsichtig die Anlage auf “is’ noch früh” angewärmt und den ersten Kaffee des Tages rangeschafft, perlt vorsichtig, beinahe schüchtern wunderbar klarer, auf das Notwendigste reduzierter, nein, zurückgeführter Synthie-Sound aus meinen Boxen, lässt mich innehalten und aufmerksam hinhören.

Das in London lebende Duo Emese ‘Emke’ Arvai-Illes und Zsofia ‘Sophie’ Tarr zieht mich sofort in seinen Bann. Klarheit, ein Gefühl von Reinheit begleitet die Musik, die ihre Wurzeln im Synth-Pop der 80er und bei verschiedenen experimentellen Musikern hat (höre ich da Spuren von Yello?) Unaufdringlich und doch präsent. Einschmeichelnd, aber nicht einschleimend. Das Album gefällt mir auf Anhieb, weil es die oft so nervig-langweilige “Bumm-Tschack-Bumm-Taschack-Attitüde” vieler Synth-Pop Produktionen vermeidet.

Black Nail Cabaret lässt die Musik für sich selbst sprechen und vermeidet überflüssige Effekthascherei. Sorgfältig aufeinander abgestimmte Sounds begleiten und unterstützen den markanten, charakteristischen Gesang von Emke. Tanzbar? Ja, aber sicher. Die Songs sind vielleicht nicht der schweißtreibende Dancefloorkiller, aber doch, auf jeden Fall. Gerade wegen der eher minimalistischen Instrumentierung des Albums springt der Funke sofort über.

Harry Me, Marry Me, Bury Me, Bite Me ist ein eher zurückhaltendes Album, dass sozusagen “hintenrum” wirkt und seine ganze Pracht dadurch entfaltet, dass beim Zuhören zwischen den Ohren mehr passiert als eigentlich aus den Boxen kommt. Das gefällt.

Black Nail Cabaret – Harry Me, Marry Me, Bury Me, Bite Me ist erschienen am 12.05.2015 bei Basic Unit Productions

Webseite der Band (Facebook): https://www.facebook.com/bncband

KEINE KOMMENTARE