Black Stone Cherry – Kentucky

Southern Rock mit Anlauf

Black Stone Cherry legt mit Kentucky ein Album hin, das sich gewaschen hat. Während das 2014 erschienene Magic Mountain für meinen Geschmack etwas zu sehr in die stilistische Ecke von Nickleback ging und mir ein wenig zu Mainstream war, ist Kentucky das genaue Gegenteil. Es ist hart, es ist roh und es ist laut und das ist gut so. Die Melodien sind nicht etwa einem sinnlosen Geballere gewichen, im Gegenteil. Die Melodien sind noch immer da und die Band zeigt immer wieder, dass sie melodisch spielen kann. Aber Kentucky ist in sich härter, es geht mehr zur Sache und deshalb ist Kentucky kein Album für Warmduscher und GNTM-Fanatiker.

Kentucky

Black Stone Cherry bleibt auch auf Kentucky abwechslungsreich. Das Album ist wie ein 360-Grad-Panorama dessen, was die Band in sich hat und „kann“. Es ist alles dabei: Schnelles, Langsames, Melodisches, Geballer, was für den Tresen, was zum Tanzen und sogar ein Cover. Gerade die Herangehensweise an Edwin Starrs „War“ zeigt, was ich an Black Stone Cherry so mag. Egal wie sehr sich die Band auch in die eine oder andere Richtung versucht anzupassen und so zu sein, wie andere sie vielleicht gern hätten, am Ende bleibt Black Stone Cherry eben doch Black Stone Cherry, die vier Jungs aus dem kleinen Kaff Edmonton in Kentucky – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Black Stone Cherry Bandfoto Facebook KentuckyKentucky ist ein Album einer Band, die begriffen hat, dass sie erwachsen gewordenen ist. Black Stone Cherry haben dieses und jenes ausprobiert, mal mehr mal weniger erfolgreich den Rock erkundet. „Been there, done that“ sozusagen. Mit dem Album „Kentucky“ kommen Black Stone Cherry „nach Hause“, lassen den sprichwörtlichen lieben Gott mal einen guten Mann sein und die Sau raus. Ganz so, als wollte die Band ihren Leuten mal zeigen, was aus ihnen geworden ist, was sie dazugelernt haben und aus dem gemacht haben, was ihnen mit auf den Weg gegeben wurde.

Aus Erfahrung gut

Das Album ist befreit und unverkrampft, zeigt sozusagen die ganze über die Jahre gewachsene Vielseitigkeit der Band. Die Band spielt Southern Hardrock der allerfeinsten Sorte, ein Album, das ein Lebensgefühl vermittelt, authentisch und direkt und doch auf höchstem Niveau professionell. Die Schwere aus Blues und Gospel, das nachdenklich Langsame und auch einfache des Ländlichen spricht genauso aus der Musik, wie die hektische anonyme Großstadt.

Für mich ist Kentucky das bis hier hin bemerkenswerteste Album der Band. Inwiefern der Wechsel des Labels für die Band eine Rolle gespielt hat, bleibt offen, doch hat er der Band offensichtlich nicht geschadet. Die Aufnahmen zu Hause in Kentucky bei David Barricks „Barrick Recording“ war auch technisch eine Heimkehr. Die Chemie der Band stimmt, die Musik stimmt und Black Stone Cherry können noch immer, genau wie damals, die Sau rauslassen. Diese nahezu perfekte Balance ist es, mit der Black Stone Cherry mit diesem Album großen Eindruck bei mir macht.

Black Stone Cherry – Kentucky ist erschienen am 01.04.2016 bei Mascot Label Group / rough trade

Offizielle Webseite von Black Stone Cherry

Black Stone Cherry bei Facebook

Black Stone Cherry – In Our Dreams

KEINE KOMMENTARE