Bloody Dead and Sexy – Crucifixion Please!

An incomplete guide to psychedelic Deathrock

Was ist Death-Rock? Das war so ziemlich der erste Gedanke den ich hatte, als ich das neuste Album von der Band Bloody Dead and Sexy zum Review bekam: Crucifixion Please! Selbst aus der Metal-Szene kommend, nahm ich erst mal an, es würde sich wohl um einen Mix aus Deathmetal und Rock handeln. Und obwohl es durchaus Gemeinsamkeiten mit dem Deathmetal gibt, haben die beiden nichts mit einander zu tun. Death-Rock entstand Ende der 70er aus dem Punk-Rock, Psychedelic-Rock sowie Glam-Rock und entwickelte sich parallel zum Gothic-Rock.

1997 wurde dann in Voerde in NRW die Band um Sänger Rosa Iahn gegründet. Bis heute spielen sie noch in fast Gründerbesetzung, mit Tim Schande am Bass und Björn Henningson am Schlagzeug, Gitarrist Matias 13 ist seit 2006 dabei. Während die Band zu Anfang nicht wirklich viel Erfolg verbuchen konnte, weil das Genre ein wenig vergessen war, änderte sich das laut Rosa Iahn schlagartig, als der Death-Rock um die Jahrtausendwende eine Wiedergeburt erfuhr.

Seitdem wurde die Band so etwas wie das Aushängeschild des Genres Death-Rock und der Szene. Wie groß ihr Erfolg war, wurde spätestens klar, als sie zwei Jahre in Folge (2005/2006) als Headliner auf dem Wave Gotik Treffen in Leipzig auftraten. Dort stellten sie 2017 übrigens auch ihr neues Album Crucifixion Please! vor.

Bloody Dead and Sexy – Crucifixion Please! PromoCrucifixion Please!

Das aktuelle Album Crucifixion Please! ist eine Compilation aus vielen ihrer besten Songs sowie bisher nie veröffentlichten Liedern und gibt eine gute Übersicht über die musikalische Vielfalt der Band. Von schnell und aggressiv bis langsam und düster bieten sie alles. Musikalisch auffällige Merkmale sind vor allem stark basslastige Tracks mit schrillen Gitarrenriffs und Effekten als Kontrast. Was einen interessanten harmonischen Mix ergibt und keinesfalls so aufdringlich klingt, wie man vielleicht vermuten würde. Das ganze rundet Rosa Iahn’s Stimme wunderbar ab die klanglich eher im mittleren Tonbereich angesiedelt ist und mit der er sehr gut spielen kann.

Meine persönlichen Favoriten sind besonders die eher rockigen Lieder wie etwa White Noise Paranoia oder Candy Box, bei denen die Herkunft des Death-Rocks gut ekennt. Beide erinnern teilweise etwas an klassischen Rock nur mit einem eher düsteren Unterton, was mir sehr gefällt. Es würde mir auch schwer fallen, ein Lied zu finden, bei dem ich sage, dass ich es überhaupt nicht mag. Die ruhigeren, teils etwas bedrückend klingenden Lieder wie My Secret Gardener sind nicht ganz mein Fall, aber das ist eher eine persönliche Vorliebe. Alles in allem ist es eindeutig ein Album, das ich gern mag und es hat hohen Wiederhörwert.

Fazit

Man muss kein bekennender Gothic-Fan sein, um das Album zu mögen. Wenn einen düstere und tragische Texte nicht unbedingt stören, sollte man diese Band eindeutig nicht verpassen, denn sie bieten musikalisch für viele Geschmäcker das eine oder andere Lied. Crucifixion Please! ist außerdem für Leute, die mit der Band nicht vertraut sind, ein schöner Einstieg, da das Album die thematischen und stilistischen Unterschiede der bislang veröffentlichten Alben sehr gut widerspiegelt.

Bloody Dead and Sexy – Crucifixion Please! ist am 26.05.2017 bei Alice in… / Dark Dimensions erschienen.

Webseite von Bloody Dead and Sexy (Facebook)

Bloody Dead & Sexy – One by One

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