Bon Jovi – Burning Bridges: Ein Album gemacht für Fans

Wenn ein Künstler in einem Interview zur Veröffentlichung seines Albums sagt, dass es „nur“ ein „Fan Album“ ist und die Band nicht so besonders viel davon erwartet, dann sind Vorbehalte berechtigt. Wenn derselbe Künstler dann auch noch sagt, dass einiges Material schon mindestens 10 Jahre alt ist, nur noch nie „benutzt“ wurde, dann stelle ich mir die Frage, was das Album soll? Wenn das Album „uralt“ und sowieso nicht so richtig ernst gemeint ist, was soll der Spaß dann? Wenn das Album dann zum Vollpreis (’n Zehner als Download) mit „nur“ 40 Minuten Laufzeit ‚rauskommt, dann ahne ich Geldschneiderei.

Nun reden wir hier aber nicht über irgendeine rampelige Dorfkapelle, sondern über Bon Jovi. Nach dem Weggang von Richie Samobra ist „Burning Bridges“ das erste Album der Band und der Verdacht liegt nahe, dass der Albumname in seine Richtung gemünzt ist, aber daran glaube ich nicht so recht, denn die writing-credits zu „Saturday Night Gave Me Sunday Morning“ nennen Richie. Wahrscheinlicher ist, dass das Album generell eine Art „Schlusspunkt“ ist, denn Bon Jovi hat sich auch von seinem Label Mercury getrennt und der Song „Burning Bridges“, der letzte auf dem Album, dreht sich speziell darum:

„After 30 years of loyalty, they let you dig the grave
Now maybe you can learn to sing or strum along
Well I’ll give you half the publishing
You’re why I wrote this song.“

Das Album ist weit mehr als eine „Pflichtübung“, allerdings ist es musikalisch auch nicht gerade eine Offenbarung. „A Teardrop To The Sea“ und „We Don’t Run“ sind für meine Begriffe genial und zeigen, dass Bon Jovi einiges auf dem Kasten hat. Alle Songs sind gut gemacht, sie sind auf ganz hohem Niveau eingespielt, Mastering und Mischung stimmen. Das Album enthält auch einen neuen Song („We Don’t Run“) und so richtige „Totalausfälle“ sind auch keine auf dem Album – es ist halt Bon Jovi. Allerdings ist das Album auch nicht wirklich „toll“, dazu ist mir der Mittelteil des Albums zu dünn, zu „gehaltlos“, wenn man so will.

Wer Bon Jovi mag, wird auch dieses Album mögen. Aber „ein must have“ ist das Album für die meisten eher nicht, dazu fehlen die „Burner“, die Knüller. Meine anfängliche Befürchtung, dass „Burning Bridges“ einfach nur in den Markt geprügelt wird um Geld zu machen, hat sich nicht ganz bewahrheitet, zumal Bon Jovi selber sagt, für wen das Album gedacht ist. Hardcore Fans werden mit diesem Album bestimmt glücklich. Wer aber nur hin und wieder mal Bon Jovi hören möchte, der sollte vielleicht auf das für 2016 angekündigte Album warten.

Bon Jovi – Burning Bridges ist erschienen am 21.08.2015 bei Island / Universal

Webseite der Band: http://www.bonjovi.com/

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