Chemia – Let Me: Bockstarkes Zeug

Wenn Promoter mir ein Album hintertragen und dabei den magischen Satz „Hör mal rein, lohnt sich! Wirklich!“ benutzen, dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder sie sind verzweifelt oder sie kennen mich gut. Mit dem neuen Album von Chemia – Let Me war es ähnlich und doch anders. Seine Stimme war entrückt, abwesend, als er mir sagte, dass ich mir dieses! Album unbedingt! anhören müsse!. Die Ausrufungszeichen waren deutlich zu hören. Wenn jemand, der knapp 30 Zentimeter länger und gut 40 Kilo schwerer ist als ich, mir sagt, dass ich mir etwas anhören muss, dann übernimmt mein Überlebensinstinkt das Ruder und sagt einfach erstmal „Ja.“

Jetzt sitze ich hier vor meiner Anlage und es ballert wie Hulle. Fuck me, ist das geil. Dieses Album, das mir da aufs Auge gedrückt wurde, Chemia – Let Me, ist geil. Ernsthaft. Die Band rockt. Handfester, amerikanischer Hard-Rock. Nicht dieser weichgespülte Micky Maus Bullshit, sondern das gute Biker-Zeug. Stilistisch vielleicht Bush, 3 Doors Down, Puddle of Mudd mit einem guten Schuss AC/DC, Ozzy, In Flames. Irgendwie sowas die Richtung, aber anders, anders geil. Die Band spielt nicht nach, sondern spielt ihr eigenes Ding und ist dabei einfach nur gut und es macht Spaß, das Album abzufeiern. Sagte ich schon, dass ich das Album geil finde?

Ich würde ja gerne irgendetwas Negatives über Chemia – Let Me sagen, aber was? Chemia ist beinahe zu gut um wahr zu sein. Irgendwas muss da faul sein. Eine völlig unbekannte Band liefert sowas ab? Die Stücke schreien einem förmlich entgegen „entdeckt uns!“ Vielleicht wirkt es hier und da etwas überproduziert, aber hey, wenn’s bockt? Unter den zwölf Tracks des Albums sind zwei, die mich nicht genauso umhauen, wie die übrigen zehn. Und selbst diese beiden Songs sind ganz weit vorne. Zeigt mir mal ein Rockalbum der letzten Zeit mit einer solchen Trefferquote. Mir fällt spontan keins ein.

Das Album ist spot on perfekt gemacht und sehr maskulin. Die Dynamik des Albums ist abwechslungsreich, straight. Die Musik ist genau mein Ding, ansprechend hart, aber nicht zu hart, intelligent, aber nicht oben raus. Die Produktion ist top und die Mischung genial. Was will man mehr? Ok, mehr Bier wäre bei der Musik geil, aber es ist noch nicht mal zwölf…

Chemia – Let Me erscheint am 18.09.2015 bei Rodeostar / SPV

Webseite der Band: http://www.chemiasound.com/

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