Cocker Rocks – Mad Dogs Unchained

Joe Cocker ist tot, aber was ist mit seiner Musik?

Als am 22.12.2014 Joe Cocker starb, war das nicht nur das Ende einer überaus bemerkenswerten Musikerkariere. Für viele ging mit ihm auch ein Zeitalter des Rock zu ende. Zurück blieben nicht nur seine Fans, sondern auch Musiker, die mit ihm über Jahrzehnte hinweg gemeinsam gespielt haben. Cliff Goodwin, Deric Dyer und Mitch Chakour fühlten sich durch diese gemeinsamen Konzerte und Alben mehr als nur kollegial verbunden. Der Wunsch, die Musik von Joe Cocker auch weiterhin lebendig zu halten, brachte sie dazu, ein “Tribute Projekt” ins Leben zu rufen. Es fehlte noch der Sänger.

In London fanden sie mit Elliott Tuffin, selbst Joe Cocker Fan mit Leib und Seele und außerdem auch noch Sänger. Seine über Facebook verbreitete Version von Unchain My Heart überzeugte die drei und so wurde Elliot zum Frontmann von Cocker Rocks. Deren erstes Album Cocker Rocks – Mad Dogs Unchained erscheint jetzt und es ist ein Live Album – ungewöhnlich für ein “Debüt”. Sofern man hier noch von einem Debüt sprechen kann.

The show must go on…

Bis hier hin klingt das nach dem bekannten, viel zu oft “üblichen” Prozedere, das auch schon andere Bands durchlaufen haben (man denke nur an Queen): Der Große Frontmann stirbt, doch die anderen Bandmitglieder wollen weiter machen, holen sich einen Sänger und verkaufen das dann als “Nachfolger” oder “Fortsetzung”. Ich war mindestens genauso skeptisch, wie jeder andere, der diese Geschichte bis hier hin gelesen hat. Sicher, es gibt viele Menschen, die Songs von Joe einigermaßen gut interpretieren können. Aber das ist eben nicht Joe. Dem Album den Vorteil des Zweifels gebend dachte ich mir “okay, hörste mal rein”.

Mad Dogs Unchained

Cocker Rocks BandshotWas soll ich sagen? Elliott ist nicht Joe. Das beweisen die Bilder. Hat man die nicht zur Hand, dann ist Elliot so nah an Joe, wie nur irgendjemand an seiner Stimme dran sein kann. Die Ähnlichkeit ist frappierend. Okay, hier und da fehlen doch (noch) die markanten, einzigartigen Besonderheiten, die ihn auszeichneten. Aber das sind Kleinigkeiten. Das Große und Ganze ist phänomenal umgesetzt und dank der “echten” Band von Joe Cocker verdammt nah am Original.

Das erste Album der Band ist daher auch eher eine Huldigung an den echten Joe Cocker. 12 Songs, von denen jeder mindestens den einen oder anderen kennt, hat die Band auf Konzerten mitgeschnitten. Darunter Unchain My Heart, Window und With A Little Help From My Friends. Elliott am Mikrofon wird begleitet von Cliff Goodwin (Gitarre), Mitch Chakour (Piano / B-3), Deric Dyer (Saxofon, Keyboard), Marty Richards (Schlagzeug), Wolf Ginange (Bass) und Megan Wolf (Perkussion / Gesang). Zusammen lassen sie Joe wieder auferstehen, huldigen und feiern das Original so überzeugend, dass es den direkten Vergleich braucht, um die Unterschiede genau festmachen zu können.

Nein, es ist keine neue Musik. Es sind auch keine neuen Interpretationen. Die Umsetzungen sind so nah wie möglich am Original. Das wollte die Band und das ist ihr mehr als nur “überzeugend” gelungen. Cocker Rocks – Mad Dogs Unchained ist ein Phänomen, das man hören muss, um es zu glauben. Joe Cocker mag in Frieden ruhen, aber seine Musik lebt – und seine Stimme offenbar auch.

Cocker Rocks – Mad Dogs Unchained erscheint am 20.10.2017 bei Saol / H’Art

Offizielle Webseite der Band

Bandseite bei Facebook

Cocker Rocks Mad Dogs Unchained Tour 2018

20.02.2018 – London, Nell´s Jazz & Blues
22.02.2018 – Bensheim, Musiktheater Rex
23.02.2018 – Worpswede, Music Hall
24.02.2018 – Erfurt, HsD
25.02.2018 – Plauen, Malzhaus
26.02.2018 – Berlin, Columbia Theater
28.02.2018 – Hamburg, Downtown Bluesclub
01.03.2018 – Dresden, Alter Schlachthof
02.03.2018 – Hannover, Capitol
03.03.2018 – Freiburg, Jazzhaus
04.03.2018 – Stuttgart, Im Wizemann
05.03.2018 – Bonn, Harmonie
07.03.2018 – Den Haag, Paard van Troje
08.03.2018 – Herzogenbusch, Oranjerie
09.03.2018 – Rijssen, Lucky Live
11.03.2018 – Leeuwarden, Neushoorn
13.03.2018 – Utrecht, Tivolivredenburg

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