Covenant – Leaving Babylon

Call The Ships To Port, Modern Ruin, Ritual Noise – Lieder, die in meiner privaten Heavy-Rotation ganz weit oben stehen. Die aus Schweden stammende Band Covenant versteht es seit Jahren, mich immer wieder zu begeistern. Nach einer Zeit der Unruhe in der Band, während der ich schon befürchtete, die Band würde zerbrechen, erscheint jetzt endlich das neue Album: Leaving Babylon. Die Unruhe hat der Band auf jeden Fall gut getan. Ein frischer, kräftiger Wind hat die Band dazu gebracht, ein bemerkenswertes Album zu produzieren.

Leaving Babylon ist modern, treibt an. Die Musik von Covenant entwickelt einen Sog, dem ich mich nicht entziehen kann. Besonders der Song Leaving Babylon II übt auf mich eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Die Band hat ihre Musik entschlackt, aber nicht ausgeweidet. Auf mich wirkt es, als besinne sich die Band auf ihre Wurzeln und versuche sich gleichzeitig weiterzuentwickeln. Mutig, aber meiner Meinung nach völlig richtig.

Die sphärischen Klänge, in die Covenant ihre treibenden Rhythmen einbetten, sind hypnotisch, faszinierend und laden zum Träumen ein. Der Gesang von Eskil Simonsson übt eine fast magische Anziehungskraft auf mich aus. Leaving Babylon ist einerseits ein typisches Covenant-Album, viele Elemente sind typisch Covenant. Andererseits ist das Album experimentell und erinnert mich stark an Yello. Kingdom Come mit seinem Spinett ist eine wunderschöne Bereicherung. I Walk Alone und Not To Be Here sind großartig experimentell und werden sicher für Diskussionen unter den Fans sorgen.

Das Album ist sehr tanzbar. Die Musik ist durchweg angenehm, nicht aufdringlich und geht nicht auf die Nerven. Leaving Babylon ist trotz aller Veränderungen nah genug an dem, was die Szene erwartet, um auf Partys gespielt zu werden (Prime Mover, Leaving Babylon, Last Dance). Gleichzeitig ist das Album aber nicht zu sehr auf Sparte produziert, um auch Chancen bei Hörern zu haben, die Covenant sonst nicht erreichen (Ignorance & Bliss). Ein oder zwei Songs des neuen Albums sind hartgesottenen Fans der Szene vielleicht zu sehr „Mainstream“, aber ich finde es richtig, dass die Band versucht, neue Fans hinzuzugewinnen. Mir gefällt das Album ausnehmend gut und ich bin sehr gespannt, welchen Weg die Band in Zukunft einschlagen wird.

Covenant – We Are Leaving Babylon erscheint am 06.09.2013 bei Dependent (Alive)

Webseite der Band:http://www.covenant.se/

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