Damn Freaks – Damn Freaks

Italien zitiert die 80er

Damn Freaks aus Italien strengen sich an, den Rock der 80er lebendig zu halten. Mit ihrem Debütalbum Damn Freaks berufen sie sich auf Vorbilder wie White Lion, Bon Jovi, Mötley Crüe und David Lee Roth, ein durchaus erlesener Kreis, der allerdings die Latte auch ziemlich hoch anlegt. Es ist nur fair von vorne herein davon auszugehen, dass es gerade bei einem Debütalbum bei dem Namedropping eher um Inspiration geht.

Damn Freaks sind Iacopo Meille (Gesang), Marco Torri (Gitarre), Claudio Rogai (Bass) und Matteo Panichi (Schlagzeug). Gerade Iacopo Meille hat schon einige Erfahrung mit Tygers of Pan Tang und diese Erfahrung spiegelt sich bei Damn Freaks deutlich wieder. Der Gitarrensound ist bissig und packend, die Stimme von Sänger Iacopo kraftvoll und passt sehr gut zum Sound, in dem sich gut erkennbar die Einflüsse der genannten Vorbilder wiederfinden und mit eigener Idee umgesetzt sind.

Damn Freaks

Euphorisch langt die Band zu und verausgabt sich beherzt, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Die Balladen verfangen bei mir weniger als die Power-Songs, aber das ist Geschmackssache. Auch wenn sie bei mir nicht so ankommen, sind die Balladen gut gemacht und handwerklich sauber. Das gilt auch für das gesamte Album. Aufnahme und Abmischung sind einwandfrei gut und das Album klingt authentisch dicht und macht Spaß.

Sehr klasse gelungen ist Dream Highway, für mich das Highlight des Albums. Spaß an der Musik und auch die Harmonie innerhalb der Band kommen voll zum Tragen und machen den Song zu etwas besonderem. Interessant finde ich die Ansätze, aus der musikalischen Dunkelheit heraus die Gitarre einem wütenden Wachhund gleich zubeißen zu lassen. Die Band gibt dem Instrument Raum und Zeit sich frei zu entfalten, lässt das Instrument für sich stehen. Die Wirkung ist großartig und zeigt, dass die gute alte E-Gitarre eben doch mehr kann, als nur zu begleiten.

Insgesamt ist die Mischung aus ordentlichem Hard Rock und Oldschool-Flair sehr gelungen. Die Band hat das Potenzial dazu, die eigene Euphorie glaubwürdig zu transportieren. Für ein Debüt ist Damn Freaks mehr als nur “in Ordnung”, sondern schon ziemlich cool und die Nähe zu White Lion ist manchmal schon frappierend. Die Songs Dream Highway, Poison Apple und Break The Chains überragen das Album deutlich, zeigen aber auch, dass in der Band noch mehr steckt, als sie hier auf ordentlichem Niveau zeigt.

Damn Freaks – Damn Freaks erscheint am 11.08.2017 bei Target Group / Mighty Music / Soulfood

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Damn Freaks – Break The Chains (Official Music Video)

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