Dark Souls Day – Strange Days

Wie damals…

Das, was mich Ende der 80er an den Sisters Of Mercy begeistert hat, war die Kombination aus handfestem Rock, Synthie-Sound und dieses besondere Etwas. Eine Mischung aus Düsternis und Kraft, Pop und Punk. Eine Kombination, die ich in dieser Form nicht oft gefunden habe. Durch reinen Zufall stieß ich auf Dark Souls Day aus Thessaloniki, Griechenland, die gerade ihre EP Dark Souls Day – Strange Days veröffentlicht.

Strange Days

Dark Souls Day klingt beinahe wie ein verlorener Zwilling der Sisters Of Mercy: Irgendwie genauso und doch völlig anders. Das Duo rockt. Und zwar richtig! Kein halbgares „so tun als ob“, sondern richtig feste drauf. Die E-Gitarre kommt ordentlich in Schwung, ist das zentrale und tragende Instrument, flankiert durch sauber akzentuiertes Schlagzeug, oben drauf ein wenig Bass, Synthie und Effekte, fertig ist das Fundament.

Ein Fundament, das erstaunlich viel trägt. Nikos D und Pepi D geben den Songs mit ihren Stimmen eine Richtung für den handfesten, unkomplizierten Rock vor. Etwas entrückt treffen sie genau die Stimmung, die die Essenz von Goth Rock ausmacht, das Gefühl von Verzweiflung, Niedergeschlagenheit, Dunkelheit im Leben, die sich in schwer zu bändigender Wut aufstaut, die sich ihren eigenen Weg sucht und irgendwann einfach ausbricht.

Was dabei herauskommt, ist genau das: Goth Rock – nur eben von der allerfeinsten Sorte. Die Songs ballern so dermaßen, dass es eine reine Freude ist, die Scheibe richtig laut aufzureißen und einfach nur abzugehen. Dark Souls Day treffen genau die richtige explosive Mischung von auf das minimal notwendige reduziertem Rock, Underground-Feeling und animalisch-roher Kraft. Herrlich.

Ein dunkles, ein scharfkantiges Juwel

Das Album Strange Days ist mit einer spürbaren liebenswerten Hingabe gemacht worden, der das Überproduzierte vieler aktueller Produktionen bemerkenswert angenehm fehlt. Die Musik ist kantig, ungehobelt und rau. Die Gitarre sägt, franst aus, das Schlagzeug scheppert und überall ist zu merken, dass das Album mit der Hand gemacht wurde. Es ist genau dieses Ungefilterte, Ungehobelte, das dem Album eine Authentizität und Direktheit verleiht, die mich an die Musik von Eldritch erinnert und das Gefühl zurückgibt, das ich damals hatte.

Dark Souls Day – Strange Days ist ein kleines Juwel, das auch ich beinahe übersehen hätte, das wegen seiner Retrospektive und Ehrlichkeit einfach nur Spaß macht. Die Band versucht nicht so zu tun als ob. Sie versucht nicht zu kaschieren, oder betont irgendetwas über alle Maßen. Sie ist, was sie ist – und das mit voller Hingabe und mit allen Ecken und Kanten und gerade das macht sie zu etwas ganz Besonderem.

Dark Souls Day – Strange Days erscheint am 02.03.2016 auf Bandcamp via Subexistance

Webseite von Dark Souls Day auf Bandcamp

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