Devin Townsend Project – Z2

Ziltoid The Omniscient war der Neustart der Kariere des Kanadiers Devin Townsend, nachdem er 2007 sein Soloprojekt an den Nagel gehängt und die Band Strapping Young Lad aufgelöst hatte. Devin hatte sich entschieden mehr auf sich zu achten, sich um seine Familie zu kümmern und es generell etwas ruhiger angehen zu lassen. Ziltoid war damals denn auch charmant Lowbudget, bestand das Devin Townsend Project doch nur aus ihm selbst und einen Drumcomputer – und eine Tournee gab es auch nicht. Trotzdem wurde das Album ein bemerkenswerter Erfolg. Heute tourt Devin Townsend mit seinem Projekt um die Welt: Aktuell Australien, danach Kanada, USA, im März 2015 dann Europa.

Jetzt kommt der Nachfolger: Devin Townsend Project – Z2 und ich befürchtete ein „Nummernalbum“ und erhoffte das Festhalten von Wucht und Dynamik der Livepeformance des Projects. Herausgekommen ist eine Kombination aus Rockalbum, Hörbuch und vielleicht sogar Musical, weshalb manche Songs auch etwas länger sind, als ihnen gut täte. Die Wechsel zwischen erzählter Geschichte und Rockalbum geschehen fließend, manchmal etwas überraschend. Als „musikalisches Hörbuch“ ist die Mischung absolut gelungen. Wer allerdings ein reines Rockalbum will, wird Schwierigkeiten haben, denn auf Z2 verdrängen die irgendwie an eine Parodie von Krieg der Welten oder Flash Gordon erinnernden Dialoge mehr als einmal die hervorragende Musik.

Musikalisch ist das Album Devin Townsend Project – Z2 ungewöhnlich und auch richtig gut gemacht. Die Musik ist lebendig, bringt Stimmung ‚rüber und ich hatte Spaß dabei, mir Z2 anzuhören. Mir fehlte der Musik an manchen Stellen vielleicht etwas mehr „Griff“, etwas mehr Mut zur Härte, im Austausch für etwas weniger „Gedudel“. Live kann die Band ja richtig feste zulangen, wie sie schon mehrfach zu meiner großen Begeisterung gezeigt hat. Das Wucht und Größe der Liveperformance kommt auf Z2 jedoch für mich irgendwie nicht rüber. Das Album ist irgendwie „gesitteter“, wenn man so will. Auf die Bühnenumsetzung von Z2 bin ich trotzdem sehr gespannt.

Stilistisch ist die Musik irgendwo zwischen Metal und Rock angesiedelt. Die Umsetzung erinnert mich irgendwie konzeptionell auch an Projekte der frühen Genesis – auch wenn die Musik komplett anders ist. Als solches Konzeptalbum ist Z2 toll hörbar, auch wenn die 2. CD manchmal etwas nach „Bonus Tracks“ klingt. Allerdings funktioniert keiner der Songs ohne weiteres als Auskopplung: „Mal eben ein oder zwei Songs hören“ klappt bei Devin Townsend Project – Z2 tendenziell eher nicht. Das Album ist witzig, aber ihm fehlt auch der metaphorische Seitenhieb, der Ziltoid damals besonders machte. Z2 ist deswegen nicht unbedingt schlechter, es fühlt sich nur eben anders an.

Devin Townsend Project – Z2 erscheint am 24.10.2014 bei Insideout (Universal)

Webseite der Band: http://www.hevydevy.com/

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