Drowning Pool – Resilience

Drowning Pool bringt ein Album mit neuem Sänger raus: Resilience, zu Deutsch in etwa „Belastbarkeit“, „Widerstandsfähigkeit“. Jasen Moreno ist der inzwischen vierte Frontmann der Band. Nummer drei, Ryan McCombs, verließ die Band Ende 2011. Bassist Stevie Benton sagte dazu, dass das eine Art erzwungener Evolution für die Band sei. Niemand suche sich das freiwillig aus. Die Band sei noch immer auf der Suche nach jenen Vibes, die mit Dave Williams 2002 starben.

Diese Suche merke ich Drowning Pool mal mehr, mal weniger deutlich an. Einen Sänger wie Dave zu ersetzen ist für jede Band eine Mammutaufgabe und ich beneide Jasen wahrlich nicht: Wer will sich schon ständig an einem Erbe wie dem Album „Sinners“ und dessen grandiose Songs „Bodies“ und „Tear Away“ messen lassen? Andererseits: Das war 2002. Das ist verdammte elf Jahre her, und inzwischen ist NuMetal weitestgehend ausgestorben. Zu Recht, wie ich finde, denn das meiste aus der Ecke war am Ende einfach nur noch Grütze und pubertäres Gekreische. Da gibt es für mich nichts schönzureden.

Resillience hat eine Menge Pepp, klingt jung, frech und energetisch. Der Song Skip To The End gefällt mir besonders und das Album ist weit weg von dem präpubertären Mist manch anderer Band, die versuchen, Numetal am Leben zu erhalten. Resilience ist stilistisch dennoch etwas oft gefühlt eine Dekade hinterher. Das meiste Zeug auf dem Album ist NuMetal, nur ist NuMetal inzwischen eben gar nicht mehr „Nu“, sondern im Gegenteil, riecht schon ziemlich streng. Selbst Bands wie Five Finger Death Punch, Linkin Park und Korn machen inzwischen anderes Zeug. Manchmal ist es erfrischend, wenn eine Band versucht sich auf ihre musikalischen Wurzeln zu besinnen. „Back To The Roots“ kann eine Band nach vorne bringen. An der Stelle merke ich deutlich, wie Drowning Pool mit sich ringt. Die Band will ja, aber irgendwie fehlt ihr noch der Mut.

Drowning Pool kann noch immer die Sau rauslassen. Der neue Sänger hat ordentlich Stimme. Resilience ist wie gewohnt „Drowning Pool“. Das ist nur genau der Punkt, an dem ich mich reibe: Es ist nicht etwa: „Drowning Pool, neu erfunden“, sondern: „Drowning Pool, wie damals“. Für dieses Album und für diese Band habe ich mir gewünscht, die Band wäre endlich weiter gegangen und nicht auf der Stelle stehen geblieben. Fans, die dem Numetal hinterhertrauern, werden von diesem Album begeistert sein. Ich vermisse allerdings die Fortschritte. Mir fehlt die Weiterentwicklung. „Bodies“ war geil. War. Damals. Vergangenheit. Ob die Band aber ihr auf diesem Album deutlich spürbares Potenzial nach vorne noch mal anzapfen kann, muss die Zeit zeigen.

Drowning Pool – Resilience ist erschienen am 05.04.2013 bei Eleven Seven Music (EMI)

Webseite der Band: http://www.drowningpool.com/

KEINE KOMMENTARE