Emil Bulls – XX: Das war jetzt … unerwartet

Candlelight? Äh… wat?

Emil Bulls – XX wird das Ende der Woche erscheinende Album heißen. XX – zwanzig. Zwanzig Jahre gibt es die Band aus München jetzt schon. Das ist Grund genug, um ein Jubiläumsalbum zu veröffentlichen, in diesem Fall heißt das eben „XX“, römisch zwanzig. Für mich steht der Bandname „Emil Bulls“ für Crossover, vielleicht Nu Metal, auf jeden Fall aber modernen Metal. Aber Candlelight?

„Candlelight“, Kerzenlicht, ist ein Begriff, der für Romantik steht, Zweisamkeit, gediegene Stimmung … sowas eben. Und dazu Metal? In meiner Fantasie passt das so gar nicht zusammen, aber ich bin eh speziell. Ok, vielleicht bin ich doch nicht SO speziell, denn ein Satz im Begleitbrief klärt mich auf:

„Damit jedoch niemand die gewohnten Töne der Jungs vermissen muss, befinden sich auf der Hellfire CD (als Bonus Disc exklusiv im Digipak erhältlich) alle Emil Bulls Songs noch mal in ihrer Originalversion.“

Aha. Gut, ich wurde jetzt nur mit „Candlelight“ bemustert und kann mir die Originale denken oder auf Youtube suchen, aber hey, besser als nix. Ergo: „nich lang schnacken, ´rinjehört“ wie mein Berliner Kumpel sagt. „Candlelight“ ist tatsächlich eine hervorragende Beschreibung für Emil Bulls – XX und die Musik darauf. Die Stimmung ist seicht, sanft, gemäßigt, zurückhaltend. Die Musik passt zum Abend zu zweit, vielleicht zum Essen oder so.

Passt!

Emil Bulls beeindrucken mich mit diesem Cadlelight Album. Ich hätte der Band das so nicht zugetraut. Emil Bulls – XX ist ein schöner Beweis dafür, dass die Band eben mehr kann, als nur „auf die Mütze“. Das Album zeigt eine andere musikalische Seite der Band – auch wenn dieser Stil angesichts der Texte den Songs manchmal einen etwas… nunja, zynischen Beigeschmack verleiht.

XX

Emil Bulls XX P01 by Katja MünchManche Songs jedoch gewinnen in der Candlelight-Version echte Größe. Beispielsweise „Not Tonight Josephine“. In dieser Version von diesem Album ist das mein ganz persönliches Highlight des Albums. Obwohl ich alle Tracks gut gemacht finde – unerwartet vielleicht, aber dennoch gut gemacht – weiß ich nicht, ob das Candlelight-Album alleine für manche vielleicht etwas „too much“ sein könnte. Ich hätte mir etwas Abwechslung auf dem Album gewünscht, aber andererseits hat ein ruhiges Album auch seine Existenzberechtigung.

Ob man Emil Bulls – XX nun zu ruhig findet oder genau richtig, das hängt von jedem selbst und wohl der Stimmung und der Situation ab. Das Album ist weit weg von dem, was die Band sonst veröffentlicht. Gerade deshalb finde ich „Candlelight“ auch überraschend und gerade darum bereichert es meiner Meinung nach das Spektrum der Band. Qualitativ ist das Album XX top, da gibt es nix zu meckern. Wer allerdings Emil Bulls erst mit diesem Album kennenlernt und glaubt, sie habe hier eine klasse Schmusi-Busi-Kapelle gefunden, sollte vielleicht die Anlage etwas runterfahren, bevor die anderen Alben aufgelegt werden. Nur als gut gemeinter Tipp, versteht sich.

Emil Bulls – XX erscheint am 29.01.2016 bei AFM Records / Soulfood

Webseite von Emil Bulls: http://www.emilbulls.com/

EMIL BULLS – Here Comes The Fire (Candlelight Version) (2015) // official clip // AFM Records

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