Enemy I – Dysphoria

Nichts Böses ahnen…

Da erwartest Du ’n bisschen friedlichen Metal, als Du das neue Album von Enemy I in den Player wirfst. Ist ja noch ’ne junge Band, was soll da schon groß kommen? Also „Play“ auf Dysphoria gedrückt.

So etwa 20 Minuten später guckst Du dann auf die Uhr. Was? Du bist schon im 5. Track des Albums. Irgendwie wird Dein Hirn grade gewaltig durchgeschüttelt – aber nicht auf der Ebene wilden Trashmetals, sondern harmonisch, strukturiert. Trotzdem kraftvoll, was die Berliner da abliefern. Immer wieder durchsetzt mit ruhigen Passagen, die trotzdem fesseln, die ein wenig an die ganz alten Metallica-Sachen erinnern, oder auch an G’n’R. Aber das ist nicht alles, Sänger Rob DeVille verfällt mitunter in rhythmischen, stakkatoartigen Gesang, der an Epic von Faith No More erinnert. Nicht als Kopie – aber der Stil. Und das alles mit harter musikalischer Linie darunter, die von Alex Enemy I – Dysphoria BandphotoSwienty am Schlagzeug, Arthur Antagonist am Bass sowie Marco Neujahr und Jay Agana an den Gitarren großartig umgesetzt wird.

Dysphoria

Eine Dysphorie beschreibt eine Verstimmung, eine schlechte, verdrossene Stimmung. Das beschreibt zumindest meine Stimmung beim Hören von Dysphoria nicht – Metal ergänzt um Industrial-Einflüße, und das fern vom Mainstream und dem monotonen Rumge-Utze, das einem so gern mal als „das Neuste“ verkauft werden soll.

Enemy I haben sich nach ihrer Debut-EP Anywhere But Here (2014) Zeit gelassen, nachzulegen. Und es scheint so, als sei diese Zeit gut investiert gewesen. Dreizehn Tracks auf Dysphoria mit einer Gesamtspiellänge von über einer Stunde beweisen das.

Oh, und… inzwischen ist hier die CD durchgelaufen. Ich lass Dich dann jetzt mal alleine… und hör die Scheibe gleich nochmal.

Enemy I – Dysphoria erscheint am 26.05.2017 bei recordJet.

Webseite Enemy I (Facebook)

ENEMY I – Twinsight (Official Lyric Video)

 

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