Erdling – Heiß, heißer, Supernova

Erdling-e

Erst Ende 2014 wurde das Hannoveraner Quartett Erdling gegründet. Und die Band legte gleich einen Blitzstart hin – Vertrag bei Outofline Music, die Debut-EP Blitz Und Donner im Oktober 2015, den Debut-Longplayer Aus Den Tiefen dann im Januar 2016. Wahrhaft ein Blitzstart – mit Donner. Ob dieses rasanten Aufstieg gab es (natürlich?) auch Kritik – der NDH-Band wurden klischeehafte Texte, zu Genre-hafte Texte vorgeworfen. Auf der anderen Seite – also wenn Du, geneigter Leser, mir eine persönliche Meinung erlaubst – wäre das alles völlig anders gewesen, hätten die selben Rezensenten, oder vielleicht auch andere, laut geschriehen, dass das Ganze ja gar keine Neue Deutsche Härte sei, sondern… was auch immer. Das sind so die Moment, in denen ich froh bin, dass wir hier bei Polyprisma nur das rezensieren, was uns gefällt, was bockt, wo wir Lust drauf haben.

Hitzig: Supernova!

Und da Du jetzt und hier etwas zu Erdling – Supernova liest, vermutest Du sicher langsam, dass mir die Scheibe zusagt. Bingo – genau richtig! Erdling haben sich weiterentwickelt. Wo man in den ersten beiden Veröffentlichungen noch einen Anklang ihrer musikalischen Herkunft erahnen konnte, sind sie inzwischen weit vom (jetzigen) Grundstamm „Stahlmann“ entfernt. Erdling (Bild: Moritz Maibaum)Erdling sind gereift, sicher auch durch ihre Tour-Erfahrungen mit den (mehr oder weniger) alten Hasen Megaherz, Lord of the Lost oder Unzucht. Sind professioneller geworden – und haben sich musikalisch noch einmal erweitert. Hier sicherlich auch durch einen Wechsel in der Besetzung, Ende 2016 übernahm Nate Pearson die Rolle des Bassisten. Ja, sie sind reifer geworden. Sie bringen jetzt teilweise auch Sozialkritik in ihre Lyrics ein (ich kann es quasi schon von einigen Kollegen hören: „Bäh, das machen jetzt ja alle!“), und sie singen von Liebe. Von Schmerz. Von Umweltzerstörung, von Verlust, Religion und immer wieder von Liebe. Nicht von rosa Wolken und kleinen, herumfliegenden Engelchen, sondern über eine trockene, abgeklärte Liebe, „alle reissen sich am Riemen – Du erhängst sie damit“ „und deshalb will ich mit Dir sein, weil Du dich nicht verstellst“. Herbe, und der Titelsong Supernova ist tatsächlich eher einer der ruhigeren Songs auf dem Album.

And the winner is…?

Neben Sänger und Gitarrist Neill Freiwald, der seine Stimme wie ein gut gestimmtes, wenn auch herbes Instrument einsetzt, und Nate am Bass bestehen Erdling noch aus Niklas Kahl und Neno Knuckle, und zusammen schafft das Quartett 12 Tracks (plus 7 Remixes und Special Versions in der Deluxe-Edition auf 2 CDs), die irgendwie viel zu schnell vorbei sind – auch der letzte Song wunderbar passend auf „… und schon ward es wieder still“ endet. Knapp 45 Minuten, die wie im Flug vergehen, und wo ich mich echt schwer tun würde, einen speziellen Song herauszupicken, zu dem ich Dir sagen könnte „DEN musste jetzt hören!“. Das ist tatsächlich sehr stimmungsabhängig, ob Du Dich lieber von Absolutus Rex aufputschen willst oder von Unantastbar oder Supernova zum Träumen verleiten lassen möchtest.

Erdling – Supernova erscheint am 17.03.2017 bei Out Of Line.

Webseite Erdling (Band auf Facebook)

Tourdaten (* Support: Hämatom)

17.03. Bielefeld, Ringlokschuppen *
18.03. Aschaffenburg, Colos-Saal *
19.03. Heidelberg, Halle 02 *
23.03. Magdeburg, Factory *
24.03. Rostock, MAU Club *
25.03. Erfurt, Stadtgarten *
02.04. Berlin, Out Of Line Weekender

Erdling – Absolutus Rex

KEINE KOMMENTARE