Wiedereröffnung des Cadillac Oldenburg

Phönix aus der Asche

Nach dem Auftritt von Kamchatka und Gingerpig brannte in den frühen Morgenstunden des 27.02.2016 das Cadillac. Ein schwerer Schlag für die Mitarbeiter und Jugendlichen, aber auch für die Kulturszene Oldenburgs. Es war anfangs nicht klar, ob – und wenn überhaupt, wie – es weitergehen würde. Es folgten Wochen und Monate voller Hektik und reger Betriebsamkeit. Es zeigte sich schnell, dass das Cadillac in Oldenburg einen größeren Stellenwert hat, als „nur“ ein Jugendzentrum oder „nur“ eine Konzertbühne zu sein.

Der Brand zog Kreise, mobilisierte die Menschen. Es fanden unzählige Treffen, Sitzungen und Gespräche statt, nicht immer lief alles glatt und nicht immer trafen alle Entscheidungen auf Gegenliebe. Dennoch: Für die Jugendlichen wurde sogar mit Benefizveranstaltungen finanzielle Hilfe organisiert und sehr bald wurde entschieden, das Cadillac nicht nur wieder aufzubauen, sondern die Gelegenheit zu nutzen und das Cadillac zu sanieren und zu modernisieren. Ambitioniert und mit viel Engagement wurde das Projekt Wiederaufbau des Cadillac in Angriff genommen.

Nach fast neun Monaten war es gestern soweit: Das Cadillac öffnet wieder seine Türen, pünktlich zum 25jährigen Jubiläum! Alle sind gespannt, was sich in den Monaten getan hat. War das Cadillac noch immer das Cadillac? War mehr geschehen, als hier und da ein wenig Farbe an die Wand zu werfen und vielleicht ein oder zwei Möbelstücke zu ersetzen? Die Wiedereröffnung wurde mit unverhohlener Neugierde und großer Spannung erwartet und viel wurde spekuliert und hinter vorgehaltener Hand getuschelt.

Erwartung trifft auf Realität

Was uns dann aber tatsächlich im Cadillac erwartete, übertraf selbst die kühnsten Erwartungen. Das Cafe ist nicht „nur“ renoviert, sondern auch ausgebaut worden. Eine riesige neue Glasfront zum Innenhof macht den Raum hell, neuer Fußboden, ein neuer und moderner Tresen, neue Lampen, frische Farben, neue Möbel… Der Gartensaal komplett saniert, der Innenhof nicht nur neu bestuhlt, sondern komplett umgestaltet. Im großen Saal neue Bühnentechnik, neues Licht, neuer Ton, ein ganz neuer Tresen. Und endlich: Eine richtige Garderobe! Kurz: Alles neu!

Das Cadillac ist richtig chic geworden. Vielleicht etwas stylischer, als erwartet, vielleicht etwas mehr chi-chi, als für ein Jugendzentrum „normal“, vielleicht auch etwas anders, als von vielen gedacht. Doch das Cadillac überzeugt! Es ist plötzlich eine Location, ein Ort, an dem man sich wohlfühlen kann. War das Cadillac vorher wegen seines „urigen“ Flairs, wegen des Charmes deutlichen und intensiven Gebrauchs bei den einen be- und geliebt, war es bei anderen auch gerade deshalb eher belächelt. Jetzt aber ist das Cadillac eine ernstzunehmende Location.

Vorzeigeprojekt

Das Cadillac wurde durch das Engagement und die Arbeit aller Beteiligten in ein Jugend- und Kulturzentrum verwandelt, mit dem Oldenburg angeben kann. Modern, beinahe gediegen, zeigt sich, was mit ein wenig Geld und einer Menge Nerven und Eigenleistung für Jugend und Kultur getan werden kann, wenn man denn will!

Beinahe ehrfurchtsvoll wurde das Cadillac wiedereröffnet. Sam, Paolo, Ulli, Marius aber auch honorige Vertreter der Stadt Oldenburg waren zurecht Stolz auf das Geleistete. Reden wurden gehalten und das Geschehene reflektiert. Glückwünsche wurden ausgesprochen und auch Lob. Es wurde auch an traurige Momente erinnert und auch an Momente, wo alles auf der Kippe stand und niemand mehr an ein Gelingen des Projektes glaubte. Doch am Ende entstand aus dem alten Cadillac ein neues Cadillac, ein Cadillac 2.0, das alle Erwartungen übertrifft. Abends wurde das Cadillac dann der Öffentlichkeit übergeben und mit Auftritten von Linc Van Johnson & The Dusters sowie Scenic Route To Alaska wurde das jetzt brechend volle Cadillac von allen begeistert in Beschlag genommen und die Wiedereröffnung gebührend gefeiert.

Hat sich die Sanierung gelohnt? Auf jeden Fall! Eine Renovierung war seit Jahren fällig. Es ist schade, dass es eines Brandes bedurfte, um die Verantwortlichen dazu zu zwingen, Geld in die Hand zu nehmen und in Jugend und Kultur zu investieren. Der Lohn dieser Investition ist schon am ersten Tag offensichtlich: Jung und Alt fühlen sich wohl, fühlen sich zu Hause. Das Personal arbeitet mit Vergnügen, die Bands treten mit Begeisterung auf. Es macht eben mehr Spaß, sich in einer modernen, gepflegten und funktionierenden Location aufzuhalten, als in einer, die zwar charmant und mit viel Herzblut, aber am Ende dann eben doch überwiegend improvisiert ist.

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