Faderhead – Atoms & Emptiness

Kaum ein Jahr nach FH4 bringt Faderhead die nächste Scheibe: Atoms & Emptiness. Mit dem Album verarbeitet er eine Phase in seinem Leben, in der beinahe alles schief ging. Das kann ich gut nachfühlen und mich und meine Nachbarn interessiert brennend, wie Faderhead mit dieser Last umgeht. Eins ist schon von vorne herein klar: Faderhead ist nichts für gemütliche, leise, schnuckelige Abende.

Meine Erwartungen werden mehr als erfüllt. Faderhead – Atoms & Emptiness schreit den Frust hinaus in die Welt. Es ist ein kraftvolles, sehr dunkles, melancholisches Album. Die typische Faderhead-Handschrift zieht sich durch alle Songs und sein Stil, der Clubsounds, Industrial, Synthpop, EBM und mehr in sich vereint, ist unverändert. Allerdings fehlt von den sonst gelegentlich eingestreuten Spaßliedern (ich denke zum Beispiel an „Coke for my Ass“ oder „Dancers“) jede Spur. Das tut dem Album überraschend gut. Es wirkt in sich stringent, zielstrebig.

Atoms & Emptiness bietet für jeden Geschmack Häppchen. Mir und meinen Nachbarn gefällt besonders das eher langsame „Champagne and Real Pain“ und das pornöse „You Can’t Resist“ mit seinem quälend-hängenden Low. Großartig! Klopper wie „Stand Up“ und „When The Freaks Come Out“ verbreiten das typische „Faderheadfeeling“ – jeder mag hüpfende Gläser im Schrank. Von manchen Tracks erwarte ich bald (Re-)Mixe zu sehen. Das treibende „Someone Else’s Dream“ bettelt geradezu darum, remixed zu werden.

Faderhead liefert ein klasse knackiges Album ab. Songs wie „When the Freaks Come Out“ werden meine Nachbarn noch lange begleiten und allen viel Freude bereiten. Ich mag es, wenn Faderhead lässig, beinahe im Vorbeigehen, die Tanzfläche in Brand setzt.

Faderhead – Atoms & Emptiness erscheint am 07.02.2014 bei L-Tracks Records (Broken Silence)

Webseite des Künstlers: http://www.faderhead.com/

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