Faith and the Muse – Where The Land Meets The Sea

Monica und William – Gegensätze zogen sich an

Monica „the Muse“ Richards und William Faith gründeten 1993 in Los Angeles die Band „Faith and the Muse“. Ursprünglich in der Punk und Gothic-Rock Szene beheimatet. Daraus entwickelte sich ein eigenständiger, schwer definierbarer Stil, der unterschiedlichste Einflüsse verarbeitet und reflektiert. Noch während der Ankoku Butoh-Tour trennten sich Monica und William. Obwohl nie eine „offizielle“ Stellungnahme das Ende der Band verkündet hat, war nie klar, ob und wie es mit der Band weitergeht.

Schon seit einiger Zeit war im Gespräch, dass eine „Best Of“ von Faith and the Muse erscheinen sollte. William Faith dazu:

„Wir haben ständig darüber gesprochen, wie kompliziert eine ‚Best Of‘ tatsächlich für eine Band wie uns wäre. Die Diversität der Stilrichtungen macht die Songauswahl sehr schwierig, weil das Endergebnis so ausbalanciert wie möglich sein soll. Es war eine bemerkenswerte Erfahrung, das ganze Material zu sichten und die besten und strahlendsten Songs auszuwählen. Ein Kopfsprung in unsere alten Alben, bei denen unendlich viele Erinnerungen wach werden.“

Monica Richards:

„Als wir aufgefordert wurden, eine ‚Best Of‘ Compilation zu machen, fand ich das echt schwierig umzusetzen. Ich bin ein Musikfan und bei all den Bands, die ich liebe, stimme ich häufig nicht mit den Entscheidungen überein, die diese Bands bei ihren ‚Best Of‘ Alben getroffen haben. Es ist so subjektiv, welcher Song der „beste“ ist. Wir haben uns entschieden, diese Kompilation zu einer persönlichen Auswahl werden zu lassen, mit unseren eigenen Gedanken und Erinnerungen dazu.“

Where The Land Meets The Sea

Der Gegensatz zwischen Monica und William war stets zentraler Aspekt der Musik von Faith and the Muse. Der Titel dieser Best Of Where The Land Meets The Sea spielt auch unmittelbar darauf an, wobei auch klar gemacht werden soll, dass es um Unterschiede und nicht Feindschaft geht. Herausgekommen ist eine Doppel CD mit 30 Songs, eine Zusammenstellung mit Schwerpunkt auf den orchestralen, akustischen Songs.

Faith and the Muse ankoku butoh Where The Land Meets The SeaDie Vielseitigkeit der Band wird mit diesem Doppelalbum sehr schön nachgezeichnet. „All lovers lost“, „Cantus“, „Fade and remain“ könnten stilistisch kaum gegensätzlicher sein und stehen doch hier nebeneinander. Beide CDs sind auf ihre Art besonders und tragen eine eigene Handschrift bei der Zusammenstellung der Songs, sind auch vom Feeling her „anders“. „The Sea“ ist deutlich atmosphärischer, während „The Land“ härter, rockiger aufspielt. Faith and the Muse haben dadurch eine Reise in zwei Episoden geschaffen, die umfassend und ausgiebig mal diese, mal jene Erinnerung wachruft, nicht nur in Bezug auf die Band selbst, sondern auch an viele andere Bands, Songs und Stile.

Best Of Compilations haben immer einen faden Beigeschmack. Angesichts des offenen Status der Band ist das auch hier nicht anders: War es das jetzt? Ist das der Schlusspunkt? Oder kommt da noch was? Diese Kompilation ist auch deshalb anders. Sie besteht nicht einfach nur zwei zusammengestückelten CDs. Vielmehr sind es Playlisten, die einem Rundgang durch das Archiv einer Band repräsentieren, die nicht nur sechs Alben, sondern auch jede Menge Konzerte geschaffen hat. Aber auch deshalb bleibt am Ende der Compilation trotz oder vielleicht gerade wegen der bezaubernd impulsiven Version von „Souvereign“, mit der das Doppelalbum endet, die Frage offen: „Und jetzt?“

Selbst wenn es das jetzt wirklich gewesen sein sollte: Faith and the Muse – Where the Land Meets the Sea ist eine tolle Zusammenstellung, die ganz verschiedene Geschmäcker auf unterschiedliche Weise bedient. Jede CD funktioniert für sich alleine, aber eben auch zusammen – Reihenfolge beliebig. Ich fände es schön, wenn Monica und William zumindest als Band wieder etwas Neues schaffen, denn gerade jetzt, mit diesem Querschnitt der Musik der Band im Ohr, merke ich, was für ein Potenzial noch in der Band stecken könnte, wenn…

Wie sagte mal ein sehr schlauer Mensch? „Hoffen und beten.“

Faith and the Muse – Where the Land Meets the Sea erscheint am 11.03.2016 bei Danse Macabre Records / Alive

Offizielle Webseite von Faith and the Muse

Sovereign by Faith and the Muse

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