Foo Fighters – Sonic Highways

Kaum eine Band hat mich „hinten rum“ so geflasht wie Dave Grohls Foo Fighters. Es war speziell „Sound City“, das mich von dieser Band überzeugt habt. Der down to earth Rock der Band um Dave Grohl, den früheren Drummer von Nirvana, hat etwas Erdiges an sich, das ich mag. Die Band bleibt auch auf ihrem achten Album, Sonic Highways, ihrer amerikanischen Spielart des Hard Rock treu. Dabei geht es der Band nicht darum, besonders innovativ zu sein. Im Gegenteil. Die Band will den Rock gar nicht neu erfinden. Darum geht es bei Sonic Highways einfach nicht.

Die Songs von Sonic Highways drehen sich denn auch nicht um weltexklusive Themen, sondern sind eher schon fast plakativ typisch amerikanisch. In den Texten geht es um Risiko, Wagnis, Inspiration, Heldentum, Liebe, Trennung und so weiter. Das Übliche – nur eben auf ganz hohem Niveau. Jeder Song steht für sich selbst, hat seine eigene Wirkung, sein eigenes Feeling und rockt handfest. In ihrer Gesamtheit fügen sich die acht Songs des Albums zu einem größeren Ganzen zusammen: Foo Fighters – Sonic Highways ist eine Liebeserklärung an die amerikanische Rockmusik.

Diese Idee im Hinterkopf wird klar, warum sich das Album so analog, so retrospektiv anfühlt. Um seine Geschichte zu erzählen, hat die Band das Album in acht verschiedenen Städten aufgenommen und die Entstehung des Albums verfilmt: Austin, Chicago, Los Angeles, Nashville, New Orleans, New York, Seattle und Washington D.C. In der Episode über Austin, Texas, wird die These offenbart, dass der einzige Weg die Musik eines so großen Landes verstehen zu können darin besteht, die Musik in Regionen aufzuteilen und von Menschen zu erzählen, die diese Regionen geprägt haben. Von da ausgehend kann man dann anfangen, die Punkte zu verbinden.

Die Songs auf Sonic Highways sind deshalb bodenständig, hemdsärmelig und fühlen sich wundervoll Oldschool und analog an. Das Album schaut nach hinten, will sich besinnen. Es geht nicht darum, einer Ära hinterherzutrauern, die nicht mehr ist, oder das Verschwinden einer Musik zu beklagen, die niemand mehr hören will. Es geht darum sich auf das zu besinnen, worum es bei Rock’n’Roll wirklich geht: Um Emotionen, um Menschen und um Orte. Musik wird von mehr beeinflusst wird als nur von einer Mode oder dem Geschmack eines Einzelnen.

Sonic Highways von den Foo Fighters ist kein Album, das Fragen stellt oder Antworten gibt. Es nimmt nicht in Schutz und es klagt nicht an. Es zeigt musikalische Bilder und was Du aus diesen Bildern machst, das ist Dein Ding, das passiert in Dir. Die Musik wirkt vielleicht unspektakulär, verglichen an dem, was manch andere Band heute veranstaltet, um aufzufallen. So gesehen ist sie unaufgeregt. Allerdings hat diese Musik die meistens doch bloß aufgesetzte und durch und durch künstliche Aufregung gar nicht nötig.

Es ist das Gefühl, das diese Musik vermittelt, das von ganz allein wirkt. Vielleicht liegt es auch genau daran, dass Sonic Highways oft so gar nicht nach „den“ Foo Fighters klingt, sondern mehr nach einer Idee, von der wir alle schon ganz oft gehört haben, die wir nur im Radau des Alltags immer wieder vergessen. Sonic Highways ist weniger ein Album über Highways, sondern vielmehr ein Album, dass Dich hinaustreibt auf genau diese Highways. Orte kommen nicht zu Dir und die Menschen, die Dich inspirieren können, sind da draußen. Darum hat das Album einen ganz furchtbar starken „hach ja“ Faktor, der selbst gestandene Mannsbilder wehmütig in die Ferne starrend am Bier nuckeln lässt.

Foo Fighters – Sonic Highways ist erschienen am 10.11.2014 bei RCA / Sony

Offizielle Webseite der Foo Fighters

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