Fourth Circle – Elements

Da machste dicke Backen

Manchmal sitzt Du vor einem Album und denkst Dir: „Wenn Du jetzt schreibst, ‚das ist klasse‘, dann hast Du eigentlich alles gesagt…“ Aber das Ehrgefühl des Musikredakteurs protestiert energisch: „Soll das alles sein? Mehr kannst Du nicht? Los jetzt! Mehr Details! Erklär es!“ Und so sitze ich hier seit einigen Stunden und suche nach treffenden Worten, während mir die Musik den Rücken massiert und ich eigentlich die ganze Zeit nur denke „Jawollja! Genau SO!“ Das hilft Dir nur nicht, denn Du kennst das Album ja nicht. Noch nicht.

Fangen wir ganz vorne an. Die 2011 gegründete Band heißt „Fourth Circle“. Das ist englisch und bedeutet „vierter Kreis“, in Anlehnung an den vierten Kreis der Hölle aus Dantes Inferno (das ist der für die Habgierigen). Die Band Fourth Cirlce und stammt aus Hayange und das wiederum liegt in Lothringen, in Frankreich. Deren Album, um das es hier geht, heißt „Elements“. Die Band Fourth Circle besteht aus Audrey Adornato (Gesang), Olivier Keller (Keyboards, Arrangement), Cédric Noël (Bass), Julien Blanchet (Schlagzeug) und Maxime Boriolo (Lead Gitarre). Soweit der einfache Teil.

Die Band macht Symphonic Metal – und ab hier wird es etwas haarig die Gedanken klar zu formulieren. Um einen langen und komplizierten Gedankengang abzukürzen: Fourth Circle sind für mich eine Art lange gesuchter „missing link“. Das Bindeglied, das mir seit langer Zeit fehlt. „Elements“ klingt für mich wie eine Zusammenführung von Nightwish, Within Temptation, Epica und einigen anderen Bands, allerdings – und das ist der Clou an der Sache – ohne eine Coverband zu sein, sondern mit eigenen Ideen und eigenen Ansätzen. Oder um es mit Carstens Worten zu formulieren: „Genauso, nur ganz anders.“

Elements

Während ich mit sprachloser und stetig zunehmender Begeisterung „Elements“ durchlaufen ließ, drängte sich bei mir ein Gedanke in den Vordergrund: Fourth Circle klingen für mich exakt so, wie das, was mir seit „Once“ in diesem Genre irgendwie fehlt. „Elements“ hat genau diese spezielle Mischung, die richtige Dosierung. Die Band verbindet Metal und Symphonisches miteinander und kombiniert das mit einer überzeugenden Sängerin zu einem in sich harmonischen und stimmigen Ganzen. Und das, ohne sich im vergangenen Jahrzehnt zu verirren.

Jawollja. Geht doch!

Fourth Circle BandshotEs ist genau das, was Fourth Circle zu einer Besonderheit macht. Ja, die Nähe zu den Größen dieses Genres ist nicht zu verleugnen. Will die Band auch gar nicht. Aber die Band macht aus den Vorlagen eben auch ganz eigene Nummern, die moderner, straffer und dichter klingen. Dabei kommt eine ganze Menge Spielfreude rüber, die mich genau da abholt, wo ich „damals“ sozusagen allein gelassen wurde mit Best Of Alben und irgendwie halbgaren Aufgüssen und Coverversionen.

Obwohl mir dieses Album wirklich außerordentlich gefällt, scheue ich mich davor, zu viel des Lobes auszuschütten, denn Fourth Circle wagen sich schon an ein ziemlich dickes Brett heran. Die Fußstapfen, die die Band auszufüllen versucht, sind groß und der Spielraum für Fehltritte ist klein und Tarjas Stimme… Als Newcomer hat man es so oder so nicht gerade leicht und das zweite Album wird zeigen, ob die Band hält, was sie mit „Elements“ verspricht. Aber von diesen Sorgen mal abgesehen ist Elements meiner Meinung nach ein echt geiles Album. Wer auf eine Fortsetzung der musikalischen Linie von „damals“ wartet, sollte unbedingt zugreifen, denn für Dich ist Elements eine sichere Sache.

Fourth Circle – Elements erscheint am 29.10.2016 bei Dark Tunes Music Group

Offizielle Webseite von Fourth Circle

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FOURTH CIRCLE – Iron Drops (Official Video)

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