Gotthard – Firebirth

Die Hard Rock Band Gotthard ist so etwas, wie ein Schweizer Nationalheiligtum. Elf Nummer 1 Alben, zig Platinauszeichnungen, Schweizer Musikpreis und 2011 mit unglaublichen 13 Alben gleichzeitig in den Schweizer Charts. Steve Lee, der charismatische Mitbegründer und Sänger der Band, verunglückte 2010 tödlich. Das verkraftet niemand ohne Weiteres, auch nicht eine so erfolgreiche Band wie Gotthard. Lange herrschte Unsicherheit, ob und wie es mit der Band weitergeht. Ende 2011 fand die Band mit Nic Maeder einen neuen Frontmann. Als „Firebirth“ angekündigt wurde, war ich zunächst sehr skeptisch. Ich habe mich lange gegen das Album gesträubt. Das konnte ja nicht mehr Gotthard sein, wie ich sie kennen und lieben gelernt hatte. Ich Idiot!

Ich mache es kurz: „Firebirth“ ist für mich eines der genialsten Comeback Alben – oder vielleicht besser: „Neustart“-Alben – überhaupt. Die Stimme von Nic ist ausdrucksstark und harmoniert hervorragend mit den übrigen Mitgliedern der Band. Für mich klingen die Stimmen von Steve und Nic besonders bei den Balladen fast zum Verwechseln ähnlich. Um mir sicher zu sein, habe ich mir „I’ve Seen An Angel Cry“ und „Where Are You“ angehört und konnte die Stimmen teilweise kaum auseinander halten. Der Gesang von Nic steht meiner Meinung nach dem von Steve in nichts nach. Die neue Zusammensetzung der Band passt hervorragend. Gotthards Songs sind moderner und gleichzeitig klassischer geworden. Die Band hat ihren Stil deutlich entschlackt: Back to the roots. Ich fühle mich sowohl an die frühen Aerosmith und Whitesnake, als auch an Def Leppard und ein klein wenig an Bon Jovi erinnert. Gefällt mir sehr.

Gotthard präsentieren mit „Firebirth“ meisterhaft gespielte Ohrwürmer, die meine Laune beflügeln. Das Album hat Dampf, ist aber kein Krawallschinken. Es ist sehr melodisch, aber keine Schnulze. „Firebirth“ geht mir in die Beine. Besonders bei „S.O.S.“ und „I Can“ setzen sich meine Füße fast von selbst in Bewegung. „Fight“ animiert wahrscheinlich jeden dazu, zur Luftgitarre zu greifen und die Ballade „Where Are You“ ist eine ergreifende Ehrung des verstorbenen Steve.

Besonders toll finde ich an diesem Album, dass es nicht als „Comeback Album“ eingespielt wurde. Gotthard ist noch immer „Gotthard“ aus der Schweiz. Die Band macht einfach das, was sie schon immer hervorragend getan hat: Rocken, was das Zeug hält. Und das ist auch gut so.

Gotthard – Firebirth ist am 01.06.2012 bei Nuclear Blast erschienen.

Webseite der Band: http://gotthard.com/

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