Haçienda Classiçal

House-History meets Classic

Ende der 1980er avanciert in Manchester der Club Fac 51 Haçienda in Manchester zu einer Größe, besonders während der sogenannten „Madchester“ Jahre. Überwiegend finanziert durch das Label Factory Records und die Band New Order. Eine lange Liste Bands und Künstler traten im Laufe der Jahre in diesem Club auf. Darunter Liaisons Dangereuses, The Smiths, Madonna, Einstürzende Neubauten und andere. 1986 begann der Club als einer der ersten britischen Clubs House zu spielen. Durch DJs wie DJs Mike Pickering, Little Martin und später auch Graeme Park wurden Veranstaltungen wie die „Nude Night“ zu legendären und wegweisenden Events. 1997 schloss der Club und wurde 2000 in ein Wohngebäude umgebaut.

Während der Jahre des Clubs entstanden etliche Klassiker der House-Szene im Hacienda. Peter Hook nahm sich einer Auswahl dieser Songs an und schuf daraus Neufassungen, die House und Klassik verbanden. 2016 ging das Konzept in Großbritannien auf Tour, die überall ausverkauft war: Bridgewater Hall, Royal Albert Hall, Castlefield Bow. Der unerwartete Erfolg der Tour und die große Nachfrage führten schließlich dazu, dass Peter Hook, Graeme Park, Mike Pickering, Tim Crooks und das Manchester Camerta Orchester das Album „Haçienda Classiçal“ aufnahmen.

Haçienda Classiçal

Aus heutiger Sicht schon etwas betagte Hits jener Tage, wie Blue Monday, Voodoo Ray, Rich In Paradise, Good Life, Ride On Time wurden in der Bemerkenswerten Kombination von DJ und Orchester neu aufgenommen. Die Kombination ist anspruchsvoll und eine Herausforderung, weil sie weder richtig „Klassik“ noch so richtig „House“ ist. Die Tracks werden durch die Überarbeitung für klassisches Orchester zwar geadelt, gleichzeitig aber auch entschärft und dem Musikgeschmack der Masse von heute angepasst, die sich vielleicht nur noch entfernt an jene Dancefloorfiller von damals erinnert.

Es ist ein entspanntes Album mit Flair und Ambiente, das bei mir viele Erinnerungen wach ruft, an die ich mich gerne und mit einigem Abstand auch sehr entspannt erinnere. Man ist ja ruhiger geworden. Dabei hilft Haçienda Classiçal sehr. Durch die eher zurückhaltende Umsetzung bleibt die Musik dezent, ist nicht aufdringlich und ist eine wirklich schöne Begleitung auf einer Reise „down memory lane“, zurück in jene Tage, als Beachpartys in Kellerclubs genauso normal waren, wie die morgendliche Frage „Wie heißt Du eigentlich?“

Was das Album zu etwas Besonderem macht, ist der gefühlte Dunstschleier der Geschichte, die Patina der Jahre, die sich über die Songs und Tracks gelegt hat. Betont wird dieser einerseits abgenutzte, andererseits aber auch eben gerade durch die Distanz vieler Jahre verwaschene Eindruck durch die Neuinterprtation, die einerseits viele, wirklich sehr viele „au warte… ach das war doch damals, wo…“ Momente auslöst, was wiederum zu hektischem Wühlen in Regionen der Platten- und CD-Sammlung führt, die eigentlich nie wieder das Licht der Welt erblicken sollten und plötzlich wummert Musik durch die Hütte, die aus sich selbst heraus erklärt, was an der Mukke damals so endgeil war.

Haçienda Classiçal erscheint am 20.01.2016 bei Sony Classical

Hacienda Classical

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