Hathors – Panem Et Circenses

Alpenrock in anders

Aus der Schweiz erreicht mich immer wieder richtig gute Musik von Bands, von denen ich noch nie irgendetwas gehört habe. So geht es mir auch bei der Band Hathors. Die drei Jungs aus Winterthur und Berlin sind seit sieben Jahren im Geschäft. Mit Panem Et Circenses haben Marc Bouffé, Raphael Peter und Terry Palmer ihr drittes Studioalbum veröffentlicht. Was mich jedoch erstaunt, ist, dass ich die Scheibe mag, obwohl die Musik eigentlich gar nicht so sehr auf meiner Linie liegt.

Hathors

Frontmann Marc Bouffé kreischt mich mal nahezu hysterisch an, um mir Sekunden später in beinahe desinteressiertem Tonfall die Welt zu erklären. Eingebettet in eine herrliche Melange energetischen Rocks, mal schraddelig, mal düster, mal Party, mal „einfach so“. Das funktioniert für mich überraschend gut. Gerade das im ersten Augenblick nach „mal so vor sich hin gespielt“ klingende Mate zündet bei mir. Es kommt überraschend gut an, weil es authentische und ehrliche Musik ist, die man sich auch einfach mal so anhören kann. Manchmal darf Musik eben auch einfach nur Musik sein – solange sie gut gemacht ist. Das machen die Hathors einwandfrei. Die Musiker spielen frei von äußeren Zwängen und machen ihr Ding. Deshalb macht mir Panem Et Circenses Spaß.

Panem Et Circenses

Hathors Bandshot 2017 - PolyprismaÜberhaupt spielt Hathors ihr eigenes Ding. Die Band konzentriert sich auf das Wesen ihrer Musik und nicht darauf, was andere vielleicht erwarten könnten. Das Album ist durchsetzt von Widersprüchen und Gegensätzen, die trotzdem zueinander passen. Hier und da schimmern mal die Queens Of The Stone Age oder die Arctic Monkeys durch, aber im Großen und Ganzen liefern die Hathors. Rock mit Punk, mal Ballade, mal mehr Rock’n’Roll ist Panem Et Circenses ein frisches und energiegeladenes Album, das auch vor progressiven Sounds nicht zurückschreckt. Mir gefällt besonders, dass dem Album alles auch nur entfernt an glattgebügelt erinnernde abgeht.

Der Sound ist rau, aber ästhetisch. Aggression und Gelassenheit sind ausgewogen verteilt und harmonieren nebeneinander. Der Sound ist irgendwo zwischen Alternative Rock und Punk Rock angesiedelt, der auch gerne im Grunge wildert. Hathors viertes Album klingt immer mal wieder angenehm nach Live-Mitschnitt. Beim Zuhören entsteht das unmittelbare Gefühl dabei zu sein, der Band sozusagen über die Schulter zu schauen. Auch das trägt sehr dazu bei, dass mich die Musik packt und mitreißt.

Leise funktioniert das Album eher nicht. Der Band gelingt es, musikalisch auf mehreren Hochzeiten zu tanzen und trotzdem bei der Stange zu bleiben. Dieses Album ist ganz bestimmt nichts für Omas Kaffeekränzchen, dafür aber umso mehr für jede Gelegenheit, bei der es laut werden darf.

Hathors – Panem Et Circenses ist erschienen am 07.04.2017 bei Noisolution / Soulfood

Hathors offizielle Webseite

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HATHORS – WATCHING YOU [Official Music Video]

(Foto Credit: Hathors / Noisolution)

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