Highersense – Half Way Between

Alleine zum Erfolg

Highersense entstand 2009 als Band, wurde inzwischen aber zum Soloprojekt des Kölners Daniel Schmidt. Zwischen 2009 und 2012 gelangen Highersense einige Achtungserfolge: Die Band gewann dreimal den Musik-Szene Wettbewerb NRW des WDR. Das Album Half Way Between will mit atmosphärischem, dunkel gefärbtem Synthie-Pop an diese Erfolge anknüpfen. Mit der Produktion wurde Olaf Wollschläger (And One, Mesh, In Strict Confidence) beauftragt, der die Atmosphäre des Albums stimmig auf den Punkt bringt.

Highersense legt mit Half Way Between den Schwerpunkt auf eingängige Kompositionen, die sich insgesamt zwar mehr in Richtung Pop lehnen, den Wave-Aspekt dabei aber nicht ausblenden. Dadurch wirkt das Album insgesamt zwar etwas mainstreamig, bleibt aber auch zugänglich. Die Melodien sind gefühlvoll und vermitteln ein insgesamt positives Gefühl von Hoffnung und Suche. Highersense vermeidet es, in die melancholische Endzeitverzweiflung abzudriften. Die Musik ist nicht zuletzt auch deshalb authentisch und sehr persönlich.

Half Way Between

Obwohl eher dem Synthie-Pop zugewandt und immer wieder mit eher dunklen Aspekten spielend, ist Highersense – Half Way Between kein typisches Gruftie oder Gothic Album. Dafür sind die genretypischen Elemente dann doch etwas unterrepräsentiert. Eine gewisse Verwandtschaft zu And One ist dennoch schwer zu bestreiten – auch hier zeigt sich die Handschrift von Produzent Olaf Wollschläger. Auch werden immer wieder schön Andeutungen herausgearbeitet, die Erinnerungen zu anderen großen und kleinen Szene-Hits wachrufen. Das instrumentale No Talk zum Beispiel ist eine interessante Überarbeitung des Themas von Das Model (Kraftwerk, Die Mensch-Maschine, 1978).

Durch die ungezwungene Wanderung entlang der Genre-Ränder bleibt Half Way Between abwechslungsreich. Das voll auf die Wirkung der Akustikgitarre setzende Final Retreat und das eher folkige Amazing zeigen, dass Highersense sich nicht zu sehr auf ein Genre festlegen möchte. Durch Rückgriff auf Saiteninstrumente und die dynamisch gehaltenen Rhythmen sind viele Stücke deutlich rockiger, erinnern im positiven Sinne stilistisch eher an A-ha oder Camouflage, ohne sie zu imitieren.

Das funktioniert.

Insgesamt ist Highersense – Half Way Between ein schönes und entspanntes Album, das einerseits an die 80er anknüpft, andererseits aber auch modern ist. Die Öffnung zu anderen Genres und behutsames Experimentieren macht das Album interessanter, als ich ehrlich gesagt befürchtet habe. Die Kompositionen und das Album in sich sind stimmig. Die Atmosphäre der Songs ist eher ruhig und weniger Party, aber dafür getragen von überzeugender Authentizität. Oder anders: Ich sehe das Album weniger im Club, dafür aber mehr auf der heimischen Anlage laufen. Da dann aber gerne lang.

Highersense – Half Way Between erscheint am 20.10.2017 im Eigenvertrieb und via plattenfirma to go

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