In Extremo – Quid Pro Quo Live – Live ist einfach anders

Nachdem Mitte dieses Jahres die Scheibe In Extremo – Quid Pro Quo herauskam, stellt sich die Frage: Wie viel Sinn macht jetzt Ende des Jahres eine Quid Pro Quo Live? Für die, die nicht so gerne ganze Artikel lesen, schon mal vorweggenommen: Die Scheibe lohnt.

Das besondere an In Extremo, die einzige Band mit eigenem Einhorn, sind tatsächlich ihre Liveauftritte. Ja, Studioalben von In Extremo sind – je nach persönlichem Geschmack – irgendwo zwischen „gut“ und „hervorragend“, aber InEx live sind etwas besonderes. Und die neue Scheibe Quid Pro Quo Live spiegelt diese Besonderheit grandios wieder. Und wer jetzt eine reine Kopie des Quid Pro Quo Albums erwartet – auf den wartet noch eine Überraschung. Das Live-Album ist eben aus einem Konzertmitschnitt – und das heißt, die Playlist ist wie auf einem Konzert. Ein großer Teil Quid Pro Quo – und dazu auch andere, ältere Songs. Und all das aufgenommen Ende September 2016 in Köln, im fast ausverkauften Palladium.

Quid Pro Quo Live AuftrittDie Band, die sich 1995 aus einer Mittelalter- und einer Rockband zusammenschloss, hat sich in der letzten Veröffentlichung Quid Pro Quo (2016) neuen, gesellschaftskritischeren Themen zugewandt, ohne ihr bewährtes musikalisches Konzept dafür aufzugeben. Das fällt bei Quid Pro Quo schon deutlich auf – „Wer schenkt ist dumm wie Bohnenstroh / Quid pro quo, die Gier ist nicht zu zähmen“, wird aber in der Ballade Lieb Vaterland, magst ruhig sein noch deutlich untermalt. Ein Stück, dass klar Stellung gegen die Unmenschlichkeit des Krieges anprangert, ohne in die Falle zu Tappen, es auf einen bestimmten Konflikt zu beziehen. „Der Waffenrock mein stolzes Kleid / Wir stürmen vor, die Herzen brennen / Und töten das, was wir nicht kennen“. Das klagt die Weltkroege genauso an wie Allepo, die andauernden Kämpfe in der Ukraine genauso wie einen Vietnamkrieg. „Am Ende steht mir zu der Lohn / Es rollt mein Kopf vor deinen Thron“.

Zusammenfassend muss man sagen – Quid Pro Quo Live ist ein anderes, ein erweitertes Album als das Studioalbum vom Juni. Es transportiert eine andere Stimmung, legt mehr Wert darauf, dass man Michael „Das Letzte Einhorn“ Rhein ins Micro lachen hört, als auf eine perfektionierte Darbietung. Fehlt eigentlich nur noch ein Tischfeuerwerk als Ersatz für die Pyrotechnik, für die sich InEx einen Namen gemacht haben, um sich live auf einem Konzert zu fühlen.

In Extremo – Quid Pro Quo Live ist am 2.12.2016 bei Vertigo Berlin erschienen.

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