In Extremo – Quid Pro Quo – Was jetzt für wen oder wie?

Ein Dankeschön nach dem Jubiläum?

Ein Jahr nach ihrem zwanzigjährigem Jubiläum bringt die Band um Sänger Micha „Das letzte Einhorn“ Rhein ein neues Album heraus. Quid Pro Quo wird es heißen – lateinisch für „dieses für jenes“ oder auch „was für wen“. Klar, wenn Du so einen Albumtitel liest, kommt der Kopf in Gang – ein Dankeschön nach dem Jubiläum? Gespannt werfe ich die Musik an.

Quid Pro Quo

Die ersten Klänge, der erste Gedanke: Oh, Marktmusik. Mittelalterlich inspiriert, mediaval, wie auch immer man es auch nennen will. Ich überlege, das Album später zu rezensieren… frühe Mittagsstunden eignen sich nicht für Met, insbesondere nicht bei den Temperaturen draußen. Morgen Abend vielleicht… Aber ich gebe mir einen Ruck, beziehungsweise eben keinen, und lasse laufen. „Wir plündern nicht, wir rauben, wir beten nicht, wir glauben…“ schon beim ersten Song Störtebeker ertappe ich mich beim mitsummen. Nanu?

Während ich das Album durchhöre, die vierzehn Tracks, geht es mir auf. Ja, Quid Pro Quo ist ganz klar In Extremo. Mit Anleihen bei ihren letzten Alben. Und mit Anleihen bei ihren ersten Alben. Letztes Jahr, zum 20. Geburtstag von In Extremo, habe ich drauf hingewiesen, dass man an der Zusammenstellung der Songs gut die Entwicklung der Band nachvollziehen kann. Ja, kann man. Aber mit Quid Pro Quo legen In Extremo noch einen drauf: hier bekomme ich den Eindruck, dass sie in jedes – einzelne – verdammte – Lied die Entwicklung aus 21 Jahren legen, eine Mischung aus Blasinstrumenten, Gitarren, Schlagzeug, Stimme, die mal eher zum Rock neigt, mal fast schon Metal ist, dann wieder schöner Goth-Rock, die manchmal schon fast wieder Bänkelsänger vor das innere Auge beschwört und Dich manchmal einfach an der Hand nimmt und mit Dir durch die Halle rockt.

Vielfalt

quid pro quo - in extremo
Quelle: http://inextremo.de

Wie grade bei den älteren InEx-Scheiben nicht unbekannt, reduzieren sich die sieben Musiker nicht auf die deutsche Sprache – neben dem naheliegendem Latein sind auch walisische, estnische und russische Songs auf dem Album. Zusätzlich sind die Recken ungewohnt sozialkritisch – ob sie im namensgebenden Lied Quid Pro Quo soziale Kälte, Raffgier und Egoismus anprangern oder sich in Lieb Vaterland, magst ruhig sein kritisch mit Soldaten im Krieg beschäftigen: „Am Ende steht mir zu der Lohn – es rollt mein Kopf vor Deinen Thron.“ Und doch – auch der Spaß am Leben kommt auf Quid Pro Quo nicht zu kurz, wie auf dem bei uns schon vorgestellten Song und Video Sternhagelvoll unschwer zu erkennen ist. Aber auch da sind kritische Untertöne zu hören, bei aller guten Laune: „I spent all my money on whiskey and beer!

Zu den elf Liedern auf Quid Pro Quo gibt es drei Bonus-Tracks – und im limitierten Fanpaket eine zweite CD mit acht Liveaufnahmen der Rheinfahrt zur Jubiläumsfeier am 4. September 2015 und eine Picture-Vinyl-Single. Alternativ gibt es auch eine Doppel-Vinyl-Ausgabe für Anhänger des schwarzen Goldes.

Und ich muss sagen: Ich bin froh, dass ich dies Album nicht zur Seite gelegt habe. Es nicht „auf morgen Abend“ oder so verschoben habe. Das hat sich wirklich mal gelohnt!

In Extremo – Quid Pro Quo erscheint am 24.06.2016 bei Vertigo Berlin (Universal Music)

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In Extremo – Quid Pro Quo (Albumplayer)

(Bildmaterial: http://www.inextremo.de)

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