Jack Frost – Mélaina Cholé: Das Leben kann echt Scheiße sein

Jack Frost ist seit über zwanzig Jahren eine feste Größe bei den Fans des düsteren Rock. 2008 erschien mit „My Own Private Hell“ das bis dahin letzte Studioalbum der Österreicher, aber jetzt steht ein neues Album in den Startlöchern: Mélaina Cholé. Die Musik der Band ist ein Mix aus Doom Metal, New Wave, Goth-Rock, Johnny Cash, erinnert aber auch an den Rock der Sisters Of Mercy (ohne Synthesizer) und Nick Cave. Trotzdem entzieht sich die Musik von Jack Frost den üblichen Klischees und bleibt eigenständig.

Nach gut sieben Jahren Wartezeit wird am 18.12.2015 Jack Frost – Mélaina Cholé erscheinen und das Warten hat sich gelohnt. Verpackt in breitem Rock und beinahe sinnlich-fragilen Akustikpassagen erzählt Jack Frost Episoden und bedrückende Geschichten gescheiterter Existenzen. Die Band bleibt ihrem Stil treu und die Stimme von Frontmann Phred Phinster bleibt distanziert, manchmal fast schon unterkühlt, aber seine Stimme ist geprägt von einer eigentümlichen Traurigkeit.

Mélaina Cholé ist kein Album des Jammerns, sondern eher ein Album des Jammers. Bei den Songs der Band geht es um die Momente tiefer Verzweiflung, emotionaler und anderer Katastrophen und Tiefpunkte. Jack Frost beschreiben auf ihre ganz eigene Art Schattierungen von Schwärze, die auf der Seele liegen können, ohne zu werten oder zu urteilen. Mélaina Cholé ist aber keine gleichgültige Erzählung. Stets bleiben Seelenschmerz und Verzweiflung greifbar.

Die Band vermeidet erfolgreich, ins „Gejammere“ abzudriften, lässt aber keinen Zweifel daran, dass all das Erzählte tiefgreifende und die Betroffenen intensiv bewegende Geschichten sind. In den Songs zeigt sich immer wieder eine fast schon an kindliche Naivität erinnernde Sichtweise auf das Geschehen, beinahe als könnte der Protagonist gar nicht erkennen und begreifen, was gerade passiert und warum.

Jack Frost – Mélaina Cholé gefällt mir, weil es mich einerseits total an achtziger Goth-Rock erinnert, andererseits aber modern eingespielt und produziert wurde. Die Handschrift von Produzent Michelle Darkness („End Of Green“) ist gut erkennbar und bereichert den Sound der Band. Ich kann nicht sagen, ob es das Beste Album der Band ist, aber es ist auf jeden Fall mindestens bemerkenswert gut. Wer auf finsteren Rock und Geschichten über die Abgründe des Lebens steht, sollte sich dieses Album unbedingt zulegen.

Jack Frost – Mélaina Cholé erscheint am 18.12.2015 bei Gloom Rock Enterprises

Webseite (Facebook): www.gloomrockbastards.com

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