Junksista – verführerische Promiscuous Tendencies

Irreführende Stimm(e/ung)

Du kennst Junksista nicht? Die mit einem „a“ hinten? Echt nicht? Oha. Das sollten wir ändern. Dringendst. Junksista, das ist ein Duo aus dem Süden Deutschlands, genauer aus Baden-Württemberg, südöstlich von Stuttgart und nördlich von Ravensburg – vielleicht ein bisschen eine Erklärung für die verspielten Elemente der Beiden. Meist Englischsprachig, scheut sich Junksista auch nicht, Deutsche oder Französische Lyrics in Angriff zu nehmen – ihr neues Album Promiscuous Tendencies ist allerdings durchgehend Englisch.

Promiscuous Tendencies wird von Diana und Boog als dritter Longplayer von Junksista herausgebracht. Wer jetzt aber denkt, bei über sieben Jahren Bandgeschichte ist das ja nicht so viel – übersieht die ganzen Eps, Singles, Reworks und einzelnen Songs, die Junksista in einem stetigen Strom herausbringt. Und zum Teil sogar kostenlos, als Dienst an den Fans, abgibt. Und ja, hier auf Polyprisma haben wir schon ein, zwei Worte zu Junksista gesagt…

Sexuell freizügige Tendenzen – Promiscuous Tendencies

Zwölf Tracks drängeln sich auf Promiscuous Tendencies und füllen fast eine dreiviertel Stunde mit Musik. Und nun muss man dran denken – Diana hat eine Stimme, der man durchaus überzeugende Liebeslieder zuordnen würde. Ganz problemlos, ganz glaubwürdig. Und irgendwie macht Junksista auch Lieder über die Liebe… Meistens aber eher über die physische Umsetzung als minnenhafte Ideale. Das heißt, wem bei Begriffen wie „Fuck“, „Suck“ oder gar „Sex“ die Knie weich werden, setzt sich vor dem Genuss von Promiscuous Tendencies besser hin. Denn der Name ist durchaus Programm, und selbst ein harmlos klingender Track wie Ice Cream kann das Kopfkino anwerfen und Schweiß auf die Stirn treiben – mitten in einem Schneesturm. Was dann erst bei einem Fuck For Love passiert…

Junksista - Promiscuous Tendencies BandJunksista mischen auf all ihren Alben verschiedenste Einflüsse in ihre Musik, die grundlegend um Synthesizer und Boogs Gitarre herum aufgebaut ist – die Band selbst nennt unter ihren Einflüssen zum Beispiel sowohl Lady Gaga als auch Garbage oder Björk. Wer da Abwechslung ahnt, liegt genau richtig.

Und genauso abwechslungsreich wie die Musik ist Dianas begleitende Stimme – mal halb gesprochen, dann wieder glockenhell klingend, flüstert sie Dir fernab von allen Moralaposteln Unanständigkeiten ins Ohr – immer mit einem schelmischen Zwinkern in den Augen. Besonders schön: In Monster greift sich sich auch Boog das Mikrophon und geht in einen gesungen Dialog. Und auch in anderen Stücken ist er dabei. Sehr schöne Abwechslung, gerne mehr davon!

Und sonst so?

Langsame Stück dabei, wie zum Beispiel Silence. Lustige Stücke – siehe Ice Cream oder Burn Your Fucking House Down, aber auch ernstere Thematiken, wenn ich an Love Makes People Stupid. Und natürlich, ganz wichtig, eine unverrückbare Wahrheit in Monday: „Oh Monday, everybody hates you!“

Ein dutzend Tracks auf der ersten Scheibe, und im Deluxe Pack gibt es eine Zusatz-CD mit noch einmal zwölf Remixes einiger der Tracks. Umgehauen hat mich da vor allem der XMH-Remix von Monday. Aber auch die anderen Arbeiten sind gut hörbar und erweitern Promiscuous Tendencies um interessante, hörenswerte Versionen.

Absolut hörenswertes Album, frischer Sound. Junksista erfinden sich auf Promiscuous Tendencies – wieder einmal – neu, und kommen frisch, frech, anzüglich und absolut überzeugend daher.

Junksista – Promiscuous Tendencies erscheint am 9.02.2018 bei Alfa Matrix.

Webseite Junksista (Facebook, YouTube)

JUNKSISTA // Fuck For Love (official music video // 2018)

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