Junksista – Sinner’s Delight

Manchmal ist es eben so

Junksista sind eine der Bands, die ich für mich vor einigen Jahren entdeckt habe und seit dem mit besonderer Aufmerksamkeit beobachte. Junksista lassen sich nicht auf ein Genre festlegen. Ein paar wenige Eckpunkte bleiben über die Releases hinweg konstant, doch was Dich genau erwartet, ist immer wieder eine Überraschung. Sinner’s Delight ist schon eine Weile auf dem Markt und es liegt auch nicht erst seit gestern bei uns im Büro, aber Dinge sind eben wie sie sind: Manchmal passiert das Leben und Musik bleibt liegen. Das ist dann eben so.

„Dann ist das eben so“ ist auch das Credo von Junksista. Deren eigener, markanter Sound wird auf Sinner’s Delight von bemerkenswert dominanten, treibenden Beats begleitet und ist auffallend Dancefloor-orientiert. In dieser Intensität hatte ich das von Junksista noch nicht gehört. Der Griff in die Werkzeugkiste fiel deutlich elektronisch aus und die EP ist durchzogen von angedeuteten Referenzen an die Elektroszene der 90er Jahre. Aber Sinner’s Delight ist keine Retro-EP. Es ist eben typisch Junksista: Eigener Stil, eigenes Ding. Gerade deshalb ist diese EP nach dem etwas speziellen, aber bei mir hoch im Kurs stehenden „American Love Story“ wahrscheinlich ein Zwischenschritt.

Genauso, nur ganz anders

Das Duo lehnt sich mit Sinner’s Delight weit in entgegengesetzte Richtung. Während American Love Story düster, nachdenklich, hintergründig war, ist Sinner’s Delight optimistischer, positiver, lebensbejahender und auch humorvoller. Diese EP soll getanzt und nicht gedacht werden. Das wird nicht jedem sofort gefallen, aber darum geht es Junksista immer noch nicht. Die Musik des Duos soll und will nicht jedem gefallen, sondern zu allererst den beiden Musikern. Dass die Musik mir dann auch noch gefällt, ist so gesehen wahrscheinlich Zufall, auch wenn mir manchmal anderes nachgesagt wird.

Die bemerkenswert eigensinnige Einstellung der Band funktioniert. Das Duo hat es geschafft, sich einen musikalischen Freiraum zu erhalten, der vielen Bands fehlt, weil sie sich in eine zunehmend kleiner werdende Schublade manövriert haben. Oder vielleicht auch, weil sie von anderen in solch eine Schublade gepresst wurden. Deshalb glaube ich, dass Sinner’s Delight das jetzt notwendige musikalische Gegengewicht ist, das der Band im größeren Zusammenhang einen gleichermaßen schönen wie auch notwendigen Ausgleich verschafft.

Es ist effektvolle und bassbetonte Musik, durchzogen von Dianas markanter Stimme, die wie üblich augenzwinkernd freizügig Dinge ausspricht, wie sie nun mal sind und das ist eben nicht immer so, wie mancher das gerne hätte. Es mag manchem vielleicht das Ego streicheln, wenn es heißt „Oh Liebster, nach diesem genüsslichen Mal mag ich nah bei Dir sein“, aber wer spricht schon so? Eben. Darum heißt es bei Junksista auch „I think I have nothing better to do, when I’m done with lunch I’m gonna spread my legs for you.“ Komm damit klar oder lass es.

Junksista – Sinner’s Delight ist erschienen am 23.09.2016 bei Cold School Body Music

Offizielle Webseite von Junksista

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JUNKSISTA / DRUG / Sinner’s Delight (Official Music Video directed by MUMUKUBA)

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